Die ersten 10 000 Aufnahmen sind die schlechtesten. Helmut Newton

SONNTAGSLÄCHELN 


Selma Sunflower und ich wünschen einen sonnigen Sonntag!!

Sommerhimmel


Der Sommer macht den Menschen zum Träumer.

Paul Keller (1873 – 1932)

Die Basilika St. Lorenz Kempten verfügt über 3 Orgeln. Zwei Chororgeln im Chorraum und die 1864 bis 1866 vom großen deutschen Orgelbauer Eberhard Friedrich Walcker geschaffenen Hauptorgel auf der Westempore. Sie hatte damals 36 Register auf zwei Manualen und Pedal. 1938 bis 1940 erweiterte Josef Zeilhuber Die Hauptorgel um ein 3. Manualwerk, der Münchner Bildhauer Hans Miller gestaltete das neuen neobarocke Erscheinungsbild. Seit dem hat sie 64 Register mit 4.800 Pfeifen. Beide Chororgeln lassen sich von der Hauptorgel aus anspielen.

Wie mächtig und schön St. Lorenz von außen ist, habe ich schon hier gezeigt, heute gehen wir mal rein. Wieder einmal ein Gotteshaus, das einen vor lauter Pracht „umhaut“. Für mich immer wieder erstaunlich, wie groß der Glaube an Gott sein muss, dass es Menschen gibt, die ihm zu Ehren solche Kirchen errichten. Mal ganz zu schweigen von solchen Kirchen, deren Ferstigstellung der Erbauer nie erleben wird, wie z.B. das Ulmer Münster oder die Sagrada Famlia.

752 wurde in Kempten ein Kloster – an dessen Stelle heute St. Lorenz steht – gegründet. Karl der Große und seine Frau Hildegard unterstützen das Kloster sehr, schenkten die heiligen Leiber von Gordianus und Epimachus, heilige Märtyrer und Schutzpatrone der Stadt Kempten. Während des Dreißigjährigen Krieges wurden Kloster und Kirche schwer beschädigt. 1652 wurde der Grundstein zur St. Lorenz-Basilika gelegt, welche 1748 als erster Sakralbau nach dem Dreißigjährigen Krieg geweiht wurde.

Man tritt ein in einen riesigen Raum und schaut den langen Gang zum Hauptaltar hinunter.

Besonders speziell ist das Innere der 42 m hohe Kuppel, welche 3 Stockwerke vorweist, quadratisch gebaut und mit einem runden Kuppeldach versehen. Weiß und Gold herrschen vor, alles wirkt zwar unglaublich mächtig und pompös aber sehr hell und freundlich.


 

Noch mehr Prunk: wunderbare Stuckarbeiten, noch mehr Gold, wunderschöne Öfen und Intarsienarbieten im Boden:

Gold, Schnitzereien, raumgroße Deckengemälde … Prunk überall:
 

Meine Arbeit führt mich hier in Süddeutschland in hübsche kleine Städte, von denen jeder schon mal gehört hat, aber keiner, der nicht in der Nähe lebt weiß, was es da so gibt. Ich nehme mir da und dort ein oder zwei Stündchen Zeit und schaue mir eine Sehenswürdigkeit an. Es ist unterhaltsam und man lernt auch noch was. Dafür gibts ab heute die neue Kategorie „Arbeiten, wo andere Urlaub machen“.

Beginnen möchte ich mit Kempten im Allgäu und der Fürstäbtlichen Residenz und Basilika St. Lorenz. Wusstet ihr, dass Kempten die ältestes Stadt Deutschlands ist? „Cambodunum“, so der römische Name Kemptens wurde erstmals durch den griechischens Geographen Strabon ca 18 n.Chr. als keltische „Polis“ (Stadt) „Kambodounom“ im 4. Buch seiner Erdbeschreibung genannt und hat somit die älteste schriftliche Erwähnung einer deutschen Stadt.

Residenz

Basilika St. Lorenz

Alle Stunde findet eine Führung durch die Prunkräume der Residenz statt, in der heute u.a. das Landgericht residiert. Ich hatte Glück, denn genau als ich den Kassenraum betrat, wollte die Führerin beginnen und nahm mich noch mit.

Ab 1651 ließ Fürstabt Roman Giel von Gielsberg an der Stelle des ehemaligen und im Dreißigjährigen Krieg zerstörten Benediktinerstifts eine Kirche – die St. Lorenz-Basilika – und das riesige Residenzgebäude mit 145 x 43 m Ausmaß als erste monumentale Klosteranlage Deutschlands erbauen. Der Kunstliebhaber Anselm von Reichlin-Meldegg ließ zwischen 1732 und 1742 Teile des Südflügels als prunkvolle Wohnräume ausstatten. Franz Georg Hermann als Hofmaler, die Stukkateure Johann Georg Üblhör und Johann Schütz sowie der Bildhauer Aegid Verhelst waren daran beteiligt.

Wie im 18. Jahhundert üblich auch die die Abfolge der Räume: Schlafzimmer, Arbeitszimmer, Audienzzimmer, Vorzimmer, Festsaal. 1740 – 1742 wurde das Ganze durch den Thronsaal gekrönt. Die Prunkräume in Kempten sind einmalig im gesamten süddeutschen Raum und verkörpern mit ihrer ganzen Pracht Barock und Rokoko. Morgen gehen wir mal rein.

Falls nun jemand Lust hat, sich das auch anzuschaun: Vom Mitte September 2017 bis Ende Januar 2018 sind die Prunkräume aufgrund von Bauarbeiten nicht zu besichtigen.

P.S.: Ein Fürstabt ist übrigens der Abt einer Fürstabtei, der zum Reichsfürsten „gefürstet“ wurde. Somit war er nicht nur kirchliches Oberhaupt sondern erhielt zudem eine Virgilstimme im Reichsfürstenrat, war also zeitgleich weltlicher Landesherr über sein Territorium.

 

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