Die ersten 10 000 Aufnahmen sind die schlechtesten. Helmut Newton

Heute wollen wir den Nationalpark Manuel Antonio erkunden … angeblich hat er neben üppiger Natur den schönsten Strand der Küste zu bieten. Der Eingang zu selbigem liegt von unserer Unterkunft keine 500 m die Straße runter. Aber erstmal springen wir morgens noch weit vor dem Frühstück in aller Frühe in den Pazifik. Man wird sofort wieder zum Kind, wenn sich große Wellen auftürmen und man reinspringen kann. Und das bei 30 Grad Wassertemperatur. Einfach nur herrlich!

Der Nationalpark ist sehr beliebt, das merken wir sofort, weil sich einige große Gruppen von Gästen um einen mit einem Superfernrohr ausgestattetet Guide tummeln und alle paar Meter anhalten, um die in den Bäumen sitzenden Affen, hängenden Faultiere oder von Baum zu Baum hüpfenden und fliegenden bunten Vögel zu beobachten. Wir verzichten hier auf den Guide und wandern unsere eigenen Wege … erstmal einen, der zu einem Wasserfall führt. Es ist unfassbar heiß und feucht. Echt anstrengend, auch wenn die Wege super ausgebaut sind. Am kleinen netten Wasserfall gibt es eine Aussichtsplattform, wir machen eine Pause … aber die Kinder drängeln weiter. Sie wollen an den Strand. Wir auch!

Der im Nationalpark liegende „Manuel Antonio Beach“ ist DER Besuchermagnet! Meiner Meinung nach zu unrecht. Klar ist er weiß, breit, das Wasser ist klar und sauber, das Meer 30 Grad warm, die Palmen am Rand wunderschön – ein Postkartenstrand! … dennoch ist der gleich auf der Landzunge gegenüber liegende, keine 2 Minuten entfernte Strand „Espadilla Sur“ der wesentlich schönere. Er ist mehrere hundert Meter lang, sicherlich 30 Meter breit und wir haben ihn – im Gegensatz zum Besuchermagnet – fast für uns alleine. Und so sieht es hier aus. (Im Nationalpark wird zwar der Zutritt beschränkt – es dürfen nicht mehr als 600 Personen zur gleichen Zeit drin sein – aber die scheinen grade alle am Manuel Antonio Beach zu liegen!)

Wir wechseln also zum „Espadilla Sur“ und machen es uns unter einer schönen Palme gemütlich, springen in die Wellen, und liegen einfach nur im Schatten und beobachten Einsiedlerkrebse beim Umherwandern.

Auch direkt am Strand gibt es ne Menge Tiere, die sich hier wohl fühlen. Bis vor kurzem wurden sie von den Besuchern des Nationalparks regelrecht angefüttert. Nun werden am Eingang die Taschen auf Lebensmittel kontrolliert und Chips oder ähnliches dürfen nicht mit rein. Wir sehen neugierige Affen, Waschbären auf Beutezug, die sogar in den Rucksäcken von Sonnenhungrigen kramen oder flinke Agutis.

 

Am Abend dieses schönen Tages – wir sitzen gerade frisch geduscht bei einem Bierchen auf der Terasse vor unsere Zimmern – besucht uns noch eine Gruppe Affen, die sich übers Dach unserer Unterkunft und entlang des großen Wasserapfelbaumes und einiger Palmen Richtung Stand durch die Bäume hangelt … zu lustig die Bande!

Später – nach dem hier wohl üblichen täglichen Gewitter – gehen wir noch ein wenig in die kleinen Lädchen Andenken „shoppen“ und essen nochmal im Hotelrestaurant … heute einfach eine sehr leckere überdimensional große Pizza und Salat. Morgen ist Chillen angesagt. Unser letzter ganzer Tag am Pazifik und in Costa Rica.

 

Nach einer Wanderung und Roten Aras im Carara Nationalpark fahren wir nicht sehr lange weiter. In Quepos, kurz vor unserem Zielort Manuel Antonio, machen wir an einem örtlichen Supermarkt Halt und kaufen für daheim ein: Rum natürlich (für den leckeren Drink: GuaroSour, bestehend aus Limettensaft, Crushed Ice und Rum), Guaven-Marmelade aus heimischen und hier verarbeiteten Früchten als kleines Mitbringsel für die, die sich daheim um Briefkasten & Blümchen kümmern und ich nehme noch einen Sack schwarze Bohnen mit, um bald mal eine Plato Tipico zu kochen.

Wir kommen am Nachmittag in Manuel Antonio, das direkt am Pazifischen Ozean liegt an und sehen schon von weitem das wunderschöne Meer und den breiten und ewig langen Sandstrand „Manuel Antonio Beach“. Die kommenden 3 Nächte sind wir im „Cabinas Espadilla“ untergebracht, wirklich sehr zu empfehlen. Die Doppelzimmer mit gut ausgestatteter Küchenzeile, großem Kühlschrank und riesigen Betten sind sehr sauber und gepflegt, genau wie die gesamte Anlage mit Pool.


Das dazugehörige Hotel ist 20 m schräg gegenüber, dort gibt es das Frühstück sowie zwei Pools, ein sehr gutes Restaurant und eine Bar. Die Cabinas liegen fast direkt am Strand. Wir müssen nun aus unserer Zimmertüre raus, 100 m durch den Garten und Angestelltenparkplatz und über die Hauptstraße, schon steht man im heißen weißen Sand. Das Wasser hat um die 30 Grad, ist sauber und klar. Absolutes Südseefeeling!

Wir spazieren am Strand entlang und genießen den ersten und schönsten Sonnenuntergang:


Ausgeruht und geduscht essen wir im Restaurant des Hotels, ich bestelle mit 2 Vorspeisen: superfrische Ceviche (roher in Limettensaft marinierter Fisch mit roten Zwiebeln und Gemüsewürfeln) mit gebackener Kochbanane und eine Salat mit Palmherzen und Shrimps. Einfach nur superfrisch und lecker! Wir werden beim Essen von einem starken Gewitter überrascht, zum Glück sitzen wir im Trockenen, schieben einfach unter der Überdachung den Tisch 2 m weiter in den Raum und hören dem Regen zu. Für den Heimweg vom Restaurant in unsere Zimmer gibts bekommen wir große Regenschirme.

Für den lieben Arno ein Nachtrag. Schau!:


 

Wir starten nach einem ausgiebigen Frühstück. Michael, unser Guide holt uns ab und schon nach 20 Minuten ändert sch die Gegend schlagartig. Der Blick fällt hinunter auf eine ausgetrocknete hügelige Landschaf, hinter uns alles grün und im feuchten Nebel.

Wir machen einen kurzen Fotohalt und spüren die trockene Hitze. Ganz anders als grade eben noch. Unsere Fahrt führt hinunter und schon bald sehen wir ihn: Den Pazifischen Ozean.

Die Straße windet sich dahin, vorbei an riesigen Guana Caste Bäumen, Costa Ricas Nationalbäumen. So kurz vor der Regenzeit beginnen alle möglichen Bäume nun wieder auszuschlagen, auch wenn es noch gar nicht regnet. Aber bald wird es soweit sein, dann ist das Land der Gauchos wieder sattgrün. Wir fahren entlang abgeernteter Melonen- und Ananasfelder, Ölpalmenplantagen und großer Fabriken, die das Öl der Palmen verarbeiten, Mangoplantagen, Avocadobäumen … In einem kleinen Ort halten wir an einem Cashewbaum an. Wer dachte eigentlich bisher (wie ich), der Cashewkern sei eine Nuss, wächst wie andere Nüsse in einer Schale, wird geknackt und dann verpeist? Weit gefehlt, aufgepasst:

Der Cashewbaum trägt als erstes mal Cashewfrüchte, den sog. Cashewapfel. Aus der Blüte wächst eine kleines nierenartiges Gebilde und daran eine – wenn sie reif ist rot leuchtende – Scheinfrucht, die wir probieren. Sie ist sehr saftig, enthält aber viel Gerbsäure und wird zu Marmelade oder Saft verarbeitet. Der sog. Cashewkern wird nach der Reife des Cashewapfels geernet, geröstet oder erhitzt, da die Schale das giftige Öl Cardol enthält, das beim Erhitzen verschwindet. Dann ist er so, wie wir ihn kennen: ein heller und leckerer Cashewkern, den wir hier auch an Straßenständen kaufen können. Wieder was gelernt!

An einem solchen Straßenstand machen wir eine kurze Rast und lassen uns einen leckeren Drink aus frischen Mangos mixen.

Wir fahren in den Nationalpark Carara, um den Roten Ara zu finden. Hier wäre die Chance gut. Auf gut ausgebauten Wegen wandern wir durch den Nationalpark, finden verschiedenste Pflanzen und Tiere, besonders viele bunte Vögel, laute Kapuzineraffen-Familien und Reptilien. Beeindruckende Ameisenstraßen überall. Gegenüber einer Brücke steht ein riesiger Baum und ganz oben, bestimmt in 40 m Höhe in einer Baumhöhle sitzt er: der Rote Ara. In der Höhle ist das Nest mit seinen Jungen. Ein zweiter fliegt dazu und beide sitzen eine Weile dort am Rand des Nests. So schön!

Besonders fallen mir hier im Carara-Nationalpark die verschiedensten Maserungen der Baumstämme auf, Palmen sind zum Teil mit scharfen Stacheln versehen, um ihre Früchte vor Fraßfeinden zu schützen:

Morgen berichte ich über unsere Ankunft am Pazific in Manuel Antonio – Meer soweit das Auge blicken kann!

Familie Storch beieinander. 👩🏼👨🏽👶🏼👶🏻👶🏽

Hier ein kurzer Film vom fliegenden Wechsel bei unseren Laupheimer Störchen. 

Die letzten Tage waren sehr spannend. Freitag Vormittag kam es zu Attacken eines fremden Storches auf unser Laupheimer Nest. Ein Junges lag dabei schon sehr absturzgefährdet am Rand, doch die Mutter hat alle 👶🏼👶🏻👶🏽 und das Nest verteidigen können, auch wenn sie leichte Blessuren und eine blutende Verletzung am Kopf davongetragen hat. Die Kleinen sind wohlauf und gefräßig. Der kommende Storch brachte Futter, das alle schnell wegfraßen. Ich konnte beobachten, wie die Kleinen ihre Eltern schon nachahmen und versuchen, sich wie die Großen zu putzen. Zu lustig!!! 😂

Schönen Sonntag! 😊

Der Naturerlebnisgarten unseres Gärtners ist zu jeder Jahreszeit schön. Im Frühjahr besonders, da genießt man das saftige Grün und die bunten Farben besonders … vieles hat hier ein 2. Leben: ein alter Sessel wird zum Blumenbeet und Kräuter wachsen in alten Latschen. 😊

In einem alten Baum wohnt seit einigen Jahren ein Bienenvolk. Einen kleinen SlowMotion-Film findet ihr hier. 🐝😉 

Nach dem riesigen Abenteuer, über den Nebelwald zu fliegen – alleine und nur mit einem Karabiner an einem Stahlseil festgemacht – brauchen wir erstmal eine kleine Stärkung. Es gibt leckeren Cappuccino und hausgemachten Kuchen. Wir genießen unsere kleine Siesta und reden immer wieder über dieses unglaubliche Erlebnis.

Dann besuchen wir das riesige Schmetterlingshaus, über das wir ja auch am letzten Canopy-Seil (hier im Film zu sehen links unten) geflogen sind. Es ist heiß und stickig im Haus. Die Kamera gewöhnt sich erst nach einer halben Stunde an dieses feuchtnasse Klima.

Mal ganz abgesehen davon , dass das evtl. nicht gesund sein kann für die Kamera: Weiß jemand, wie man diesen Vorgang verkürzen kann und dieses Anlaufen der Linse verhindert oder wenigstens verkürzt?

Zwischen hunderten verschiedenen tropischen Pflanzen stehen Futterstationen mit Bananenbrei, Häuschen mit mehreren hundert Schmetterlingspuppen, denen man beim Schlüpfen zuschauen kann, es gibt viele verfressene Raupen und unzählige bunte Schmetterlinge. Ganz oben wohnt einer roter Ara und begrüßt uns lautstark. Schön!

Nun wartet hier oben noch eine Sache auf uns und auch diese ist etwas ganz besonderes: Der Hummingbird Garden. Auf einer kleine Terasse stehen übermannshohe Futterstationen mit herunterhängenden mit Zuckerwasser gefüllten Tränken und rundherum schwirren Dutzende Kolibris. Und tatsächlich ist es ganz einfach, diese auf seiner Hand landen zu lassen. Sie müssen nämlich ihre langen Schnäbel in kleine Löcher stecken um an die Nahrung heranzukommen. Man braucht einfach nur etwas Geduld und seine Hand daneben halten und sie lassen sich kurz darauf nieder, nehmen diese Flugpause gerne an und schlürfen den süßen Saft. Ansonsten schwirren die hier im Nebelwald frei lebenden kunterbunt leuchtenden Kolibris in einem Affenzahn um unsere Köpfe herum, es klingt, als würde ein Hubschrauber vorbeifliegen. So nah war ich diesen wunderschönen Vögel noch nie.

330 Arten gibt es in ganz Nord- und Südamerika, 54 davon in Costa Rica. Die winzigen Vögelchen – der Kolibri ist der kleinste Vogel der Welt – bringen in kleinster Form nur 2 Gramm Körpergewicht auf die Waage, der Riesenkolibri erreicht nur leichte 20 Gramm.

Im Schwirrflug bewegen sie ihre Flügel bis zu 80 mal in der Sekunde und das nicht nur auf und ab sondern in Form einer liegenden Ziffer 8. Das ermöglicht ihnen, in der Luft zu stehen oder auch diese unglaubliche Wendigkeit ähnlich eines Hubschraubers. Das metallisch-bunt schimmernden Gefieder reicht ihnen noch nicht aus und so schmücken sich die Männchen noch mit rot, blau oder grün leuchtenden Kehlfedern. Ihr besonders langer und schmaler Schnabel sieht bei den verschiedenen Arten auch unterschiedlich aus, variiert in Länge und Breite und ist so auf den jeweiligen Blütentyp, von dem sich diese Kolibriart ernährt, angepasst.

Am Abend zurück in der Logde werden bei langen schönen Gesprächen aus einem Cocktail ganz schnell mehrere, wir essen noch eine Keinigkeit im Restaurant der Lodge und legen uns voller schöner Eindrücke in unsere Betten. Morgen nach dem Frühstück gehts heraus aus diesem üppigen Grün und an den Pazific.

Heute wartet das Abenteuer und wir werden – gut gestärkt vom wunderbaren Frühstück – von einem Bus von SELVATURA abgeholt. Hier im Monteverde gibt es ein paar Unternehmen, mit denen man im Nebelwald unterwegs sein kann, wir haben uns auf Anraten unseres Guides für Selvatura entschieden. Wir fahren hoch hinauf und tief hinein, alles uns herum scheint immer dichter und dunkelgrüner zu werden. Wir beginnen unseren Tag hier oben mit einem ca. 2stündigen Rundwanderweg auf den großen Hängebrücken. Mitten durch den Nebelwand gehen kleine Wege und ab und an kommt eine dieser riesigen, durch Baumkronen oder in schwindelerregender Höhe darüber hinweg führenden wackeligen Hängebrücken. Unser Rundgang beinhaltet die hier vorhandenen 8 Hängebrücken die kürzeste ist 60, die längste 160 m lang.

Es ist unfassbar schön, was man hier schon am Boden sieht. Die riesigen Bäume sind über und über bemoost, Aufsitzerpflanzen, Bromelien und Orchideen wachsen an ihnen, Kletterpflanzen klettern hoch, ganze Lianenvorhänge hängen herunter, Luftwurzeln oder mannshohe Baumfarne überall. Und all das glänzt vom Nebel nass in allen erdenklichen Grüntönen.

Auf den Brücken wird es dann noch viel schöner: Man läuft durch die Baumkronen oder bei vielen Brücken weit drüber hinweg und hat gleich neben oder 50 m unter sich die Kronenblätter der verschiedensten Bäume oder Farne.

Unglaublich schön, auch dem Pärchen Emerald Toucanettes gefällt es hier.

Der dichte feuchte Nebel von heute ganz früh wird während unseres Spaziergangs immer weniger und es wird trockener, genau richtig für unser nächstes Abenteuer. Nix für Weicheier! CANOPY heißt das hier oder ZIPLINE und bedeutet, nur in einen Sitzgurt eingehängt alleine an langen Stahlseilen durch die Baumkronen und darüber hinwegzugleiten … naja gleiten ist „etwas“ untertrieben … schießen, fliegen, düsen würde es auch gut beschreiben. Mann oh Mann bin ich mutig! (Hatte ich erwähnt, dass ich Höhenangst habe und die schon beim Gardinenaufhängen oder Glühbirnenwechseln?!)

Wir werden mit Helm, dicken gepolsterten Lederhandschuhen und Gurtsystem ausgestattet und in einer kleinen Gruppe mit Guides noch etwas höher in den Wald gefahren. Ich habe die kleine Action-Cam dabei, gar kein Problem, es gibt die passenden Helme mit Adapter und so kann Töchterlein alles filmen. Nach einer kurzen Sicherheitseinweisung gehts los. Eine Stahlleiter hoch in einen Baum (zitterzitter), auf eine kleine Plattform. Einklinken, in den Gurt setzen, Beine über Kreuz, am Gurt festhalten und eine Hand hinten ums Stahlseil, falls man bremsen möchte (Möchte keiner!). Los geht’s!

Unfassbar schnell schießt man an dem Stahlseil entlang. Die Tour beinhaltet 13 Seile, das kürzeste 60 m, zwischendurch welche mit 300 und 650 m und das längste sagenhafte 1.000 m lang. Das fährt man dann zu zweit, der Hintermann hängt mit den Füßen untern den Achseln des Vordermanns. Mir fehlen immer noch die Worte!

Hier zwei Filmchen von unserem wagemutigen Abenteuer. Das werd ich nie vergessen! (Trotzdem werde ich kein Riesenrad fahren! 😉)

Film 1, Canopy überm Nebelwald, 650 m Seil
Film 2, Canopy überm Nebelwald, 1.000 m Seil, 1 Minute, Durchschnittsgeschwindigkeit 60 km/h

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