Die ersten 10 000 Aufnahmen sind die schlechtesten. Helmut Newton

Nach dem wunderbaren Ausblick auf die Stadt vom Aussichtsturm Petrin wandern wir weiter. Auf dem Laurenziberg nahe dem Aussichtsturm gehen wir noch durch das ebenfalls im Rahmen der Weltausstellung 1891 errichtete Spiegellabyrinth und lachen uns schlapp über uns in den Verzerrspiegeln. 

Unterwegs stärken wir uns in einem kleinen Terassenlokal und gehen dann weiter hinunter in die Stadt. Ziel ist der Vrtbovska Garten, einer der bedeutendsten Barockgärten Prags und Europas nördlich der Alpen. Er ist als Kulturdenkmal erster Klasse bei der UNESCO registriert.

Aber man muss ihn auch erstmal finden, denn sein Eingang liegt einfach zwischen zwei Häusern und das Schild, das zu ihm führt, ist wirklich unscheinbar. Aber wir finden ihn, wäre auch schade gewesen!

Der Garten wurde 1720 vom Grafen Johann Joseph von Vrtba im italienischen Stil angelegt. Da er auf einem Hügel liegt, wurden mehrere Terrassen angelegt, die durch schön geschwungene Treppen miteinander verbunden sind. Es gibt eine kleine Fontäne und jede Menge Putten und Skulpturen, ein Voliere, hübsche Blumenbeete und sehr gepflegte Rasenflächen. 


Von der oberen Terasse hat man (wieder einmal 😉) einen wunderbaren Blick auf Prag. 

Auf der Prager Kleinseite fährt gleich neben Straßenbahnhaltestelle Ujezd die Standseilbahn hinauf auf den 327 m hohen Laurenziberg. Mit dieser überwindet man in ein paar Minuten auf der 510 m langen Strecke einen Höhenunterschied von 130 m, völlig enspannt … man könnte aber auch laufen! 😉

Der Ausblick von hier oben – dem bewaldeten Hügel, der als Naherholungsgebiet genutzt wird – ist wunderbar … besser aber noch ist er, wenn man die 299 Stufen den 60 m hohen Aussichtsturm Petrin hinaufgeht (für Menschen, die es nicht so mit der Höhe haben: oben wackelt ’s ganz schön 😉). Der Turm wurde 1891 im Rahmen der Weltaustellung erbaut und ist eine 1:5-Kopie des Pariser Eifelturm. Steht man auf dem oberen Aussichtsplateau, befindet man sich exakt auf gleicher Höhe über dem Meeresspiegel, wie auf dem Eiffelturm in Paris.

 

Von der Prager Burg spazieren wir durch Weinberge hinunter in die Stadt und gelangen nur 5 Minuten später zum Wallenstein Palais – Sitz des Tschechischen Senats – und dem direkt angrenzenden Wallenstein Garten.


Albrecht von Waldstein, besser bekannt als Wallenstein, der als Feldherr des katholischen Kaisers während des Dreißigjährigen Krieges viel Unheil über Mitteleuropa brachte, ließ ihn erbauen, nachdem er in den ersten Kriegsjahren riesige Vermögen zusammengeraubt hatte. 1623 kaufte er unterhalb der Prager Burg 26 Häuser und 3 Gärten und ließ bis 1629 den ersten barocken Garten in der Stadt errichten. Wallenstein selber hatte nicht lange etwas von seinem hübschen Garten, denn schon bald wurde er dem Kaiser zu mächtig, der ihn 1634 ermorden ließ.

Der Park ist heute – außer bei Regierungs- oder Konzertveranstaltungen – für jedermann frei zugänglich, wir spazieren einmal um den großen Teich, beobachten Pfauen und Kois, staunen über die akkurat gepflegten Hecken und kleinen und großen Springbrunnen.

 

Im hinteren Teil des Gartens finden wir die Grotte … eigentlich eine riesengroße Wand aus künstlichen Tropfsteingebilden.  


Aus den Tropfsteine schauen hier und da bizarre Gesichter und Figuren von Fabelwesen und Dämonen heraus … Phantasialand a la Wallenstein 1630. 😉

 

Sonntagslächeln

Schönen Sonntag mit Amerikanern aus meiner Küche. Die gab es vorgestern zu Töchterleins Klassenfest. 😊

Nach dem Regen 


Guten Morgen und ein schönes Wochenende! 

Im Burgkomplex liegt der Besuchermagnet „Goldenes Gässchen“. Warum dieses Gässchen so beliebt ist? In Haus Nr. 22 lebte und schrieb zwischen 1916 und 1917 Franz Kafka, der berühmte Sohn der Stadt.

Seinen Namen hat das Gässchen allerdings davon, dass hier unter Kaiser Rudolf II. Alchimisten arbeiteten, um für ihn künstliches Gold und den Stein der Weisen zu erzeugen. Im 16. Jh. wurden die 11 kleinen Häuser als Unterkünfte der Burgwachen des Königs gebaut, später von Goldschmieden bezogen. Im 19. Jahrhundert war das Goldene Gässchen sehr heruntergekommen; es siedelten sich nur mehr arme Leute dort an.

So lebte in Haus Nr. 14 die Wahrsagerin Madame de Thebes. 


Bild am Haus der Madame de Thebes

Die Hellseherin sagte mit ihren Karten die Zukunft voraus, so auch gegen Ende des Zweiten Weltkriegs einem Gestapo-Offizier den bevorstehenden Tod Hitlers und den Untergang des Dritten Reiches. Daraufhin wurde sie von der Gestapo ermordet.

Heute ist das hübsche Gässchen unbewohnt, in den kleinen Häuschen findet man Souvenirläden, Ausstellungsräume und Cafés.

Auf dem vom Dritten Burghof abgehenden Georgsplatz befindet sich die St.-Georgs-Basilika aus der Zeit um 915. Sie ist eines der bedeutendsten romanischen Gebäude von Prag und der älteste Teil des Burgkomplexes, weit vor der Kathedrale erbaut. Nach mehreren Bränden stammt die heute sichtbare Fassade aus dem Jahr 1670.


Vom Chor der St.-Georgs-Basilika aus sieht man in die Ludmila-Kapelle, in der seit dem 14. Jahrhundert die Reliquien der heiligen Ludmila, Großmutter des Heiligen Wenzel (der auf dem Pferd auf dem Wenzelsplatz) und „Mutter des böhmischen Volkes“ aufbewahrt.


Die Basilika ist sehr gut erhalten und man findet hier eine umfangreiche Sammlung von Skulpturen, Gemälden, Fresken und Schnitzkunst. Heute wird sie als Konzerthalle genutzt.

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