Die ersten 10 000 Aufnahmen sind die schlechtesten. Helmut Newton

Archiv für die Kategorie ‘Gebäude’

Vietnam Tag 2 – in Stein gemeißelt: Die Tam Cốc-Bích Động-Pagode

Die Bích Động-Pagode – übersetzt „Schöne Pagode aus Stein“ – liegt in der Provinz Ninh Binh am Ortsrand von Tam Cốc. Auf 3 Ebenen in den Fels hinein- und hoch hinaufgebaut gibt es in der Klosteranlage drei Pagoden: Chua Ha, Chua Trung und Chua Thuong (Pagode in der niedrigsten, der mittleren und der höchsten Stufe).

Eine Steinbrücke über einen Lotussee führt durch einen Torbogen in Anlage

und zur ersten Pagode Chua Ha. 120 Stufen höher liegt Chua Trung neben der ein versteckter Eingang in eine Dunkelhöhle führt, hier geht es auf verschlungenen Wegen im Fels weiter. Am Ende der Höhle – hier findet sich eine große Glocke und eine buddhistische Statue aus Kupfer – steigt man noch einmal steil nach oben zur letzten Pagode auf dem Gipfel, die von vielen Bäumen umgeben ist und von der aus man einen wunderbaren Blick in die Ebene hat. Ein kurzes Filmchen über den unteren Teil der Anlage findet ihr hier.

Morgen: Viel Dschungel und ein Tausenjähriger Baum im Cúc Phương Nationalpark

Vietnam Tag 1 – Hà Nội – die Einsäulenpagode Chùa Một Cột

Die Einsäulen- oder Einpfahlpagode ist eine der ältesten Pagoden in Hanoi und ist wegen ihrer außergewöhnlichen Bauweise ein Wahrzeichen der Stadt. 1049 ließ sie König Lý Thái Tông als 3 m langer Holztempel auf einem Baumstamm erbauen, die Rekonstruktion steht heute auf einem Betonsockel, inmitten eines künstlich angelegten Sees.

Der König ließ die Pagode so errichten, weil ihm im Traum die auf einer Lotusblüte sitzende Göttin der Barmherzigkeit Quan Âm erschien und einen lang ersehnten Sohn überreichte. Und tatsächlich wurde er kurze Zeit später Vater eines Jungen. Als Dank ließ er die Pagode in Form einer Lotusblüte inmitten eines Sees errichten. Gläubige können über eine kleine Treppe nach oben in die Pagode steigen.

Morgen: Am See des zurückgegebenen Schwertes und im Viertel der 36 Straßen

 

Vietnam Tag 1 – Hà Nội – Ho Chi Minh-Mausoleum

Der „Große Führer“ Ho Chi Minh (1890 – 1969), war Revolutionär, kommunistischer Politiker, Premierminister und von 1945 bis 1969 Präsident der Demokratischen Republik Vietnam. Das Ende des Vietnamkrieges 1975 erlebte er leider nicht mehr. Der Personenkult um „Onkel Ho“ war und ist auch heute noch sehr groß. Zwischen 1973 und 1975 wurde das 22 m hohe und 42 m lange und breite Mausoleum  für ihn gebaut. Dort liegt in einer klimatisierten Glasvitrine bei gedämpftem Licht sein einbalsamierter Leichnam und wird – wie wir auch bestätigen können – von hunderten Vietnamesen besucht.

Wir konnten am Nachmittag, als das Mausoleum geschlossen war und der am Vormittag sicherlich 1 km lange Strom der Menschen sich aufgelöst hatte, in Ruhe am Mausoleum vorbeilaufen und den Wachaufzug der Ehrengarde beobachten.

Ho Chi Minhs letzter Wunsch war es übrigens, eingeäschert zu werden und seine Asche in allen vier Himmelsrichtungen in Vietnam zu verstreuen. Leider wurde dem nicht nachgekommen und nun liegt er hier – in einem der „hässlichsten Gebäude der Welt“, flankiert vom Banner mit der Aufschrift „Nước Cộng Hòa Xã Hội Chủ Nghĩa Việt Nam Muôn Năm“: „Es lebe die Sozialistische Republik Vietnam“. Gegenüber des Mausoleums gleich noch ein ähnlich schönes Bauwerk: das Parlamentsgebäude.

Morgen: die Einsäulenpagode

Vietnam Tag 1 – Hà Nội – der Literaturtempel Văn Miếu-Quốc Tử Giám

Klischee, Klischee! Gebt mal bei google „Hanoi Sehenswürdigkeiten“ ein und schaut, was im Kasten „Beste mögliche Aktivitäten in Hanoi“ erscheint. Jaja, genau das haben wir an unserem ersten Tag gesehen. Typisches Touriprogramm, oder? Egal! Es war alles unglaublich sehenswert und alleine auch dadurch, dass es einer völlig anderen Kultur entspringt als der unseren, einfach nur beeindruckend.

Nach unserem erquicklichen Frühstück mit den ersten frischen Maracujas, supersüßen Ananas und Drachenfrüchten wurden wir von Guide Hoang und unserem Fahrer am Hotel abgeholt und es ging Richtung Literaturtempel. Ihm folgten noch das Ho-Chi-Minh-Mausoleum und die Einsäulenpagode. Am Nachmittag spazierten wir von unserem Hotel noch in das Zentrum der Altstadt, das sog. „Viertel der 36 Straßen“ vorbei am Hoan-Kiem-See, dem See des zurückgegebenen Schwertes.

Am Literaturtempel war an diesem Sonntagvormittag viel los, was dem geschuldet war, dass der „Tag der Hung-Könige“ gefeiert wurde, zusammen mit dem Folgetag arbeitsfreie Feiertage. Viele Einheimische (und wirklich wenige Touristen) wollten den Tempel besuchen, viele Schulklassen waren unterwegs und scheute sich nicht, uns anzusprechen und ihr Englisch auszuprobieren. Große Studentengruppen warfen nach amerikanischer Manier im Tempelinnenhof ihren „Doktorhut“ in die Luft … und alle machen Fotos, immer, überall, egal wie alt, von 3 bis 93, gerne in der Gruppe, noch lieber Selfies. 🙂

Den Tempel betritt man durch das Haupttor, er hat 5 Innenhöfe, große alte Bäume, ein großes Wasserbecken. Im 5. Innenhof befand sich die Nationale Universität, hier wurden seit 1076 und bis 1915 Prinzen, Aristokraten und besondere Talente unterrichtet. Seitlich findet man unter Holzdächern 82 sog. Doktorstelen, bis zu 3 m hohe Stelen mit Inschriften über Prüflinge, die auf den Rücken großer Schildkröten stehen. Diese Stelen gehören seit 2010 zum UNESCO-Weltdokumentenerbe.

Wunderbar finde ich übrigens die hübschen Bezeichnungen, die die Vietnamesen Ihren Sehenswürdigkeiten geben: „See des zurückgegebenen Schwertes“, „Tor der gewonnenen Tugend“ oder „Quelle des himmlischen Lichts“. Am Ende dieses Tages sank ich nur noch müde und zufrieden in „Laken des Bettes in wohlklimatisiertem Zimmer“!

Morgen: das Ho-Chi-Minh-Mausoleum und drumherum

Ulm – Unter der Valentinskapelle

Am südlichen Turm des Ulmer Münsters steht die einzige Kapelle außerhalb des Münsters. Derzeit ist sie für mindestens zwei Jahre eingerüstet und wird restauriert; ein Foto ohne Gerüst sieht man hier.

1458 als Grablege der Patrizierfamilie Rembold erbaut hat die kleine Kapelle eine sehr wechselvolle Geschichte:

An der Stelle lag vorm Bau der Kapelle der Pfleghof der Zisterziensterabtei Bebenhausen und unterirdisch große Kellerräume; hier erbaute der reiche Patrizier Rembold die Kapelle und eine Grablege für seine Familie. Während der Reformationszeit wurde auch diese Kapelle entweiht und diente weiterhin als Schmalz- später als Bierlager. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Kapelle für russisch-, später griechisch- und serbisch-orthodoxe Gottesdienste genutzt. Seit 1994 ist hier die Russisch-Orthodoxe Kirche des Moskauer Patriarchats untergebracht.

Die kleine Kapelle besitzt Kellergewölbe, die viel größer sind als der Raum der Kapelle selbst. Hier unten herrscht immer die gleiche Temperatur von um die 12 Grad, sommers werden schon mal Veranstaltungen und kleine Konzerte gegeben. Hinter einer Mauer und deutlich gekennzeichnet durch einen Totenschädel liegen Gebeine von mindestens 200 Menschen, die auf dem 1526 geschlossenen Münster-Kirchhof beerdigt waren.

 

 

 

Ulm – Die Kanzel im Ulmer Münster

Links im Mittelschiff angebracht ist die 1510 von Jörg Syrlin dem Jüngeren aus weichem Lindenholz geschnitzte Kanzelabdeckung. Sie ist über 20 m hoch und wirklich besonders, denn schaut man genau hin, erkennt man im Inneren der wertvollen Schnitzerei im Schalldeckel eine Wendeltreppe zu einer zweiten, kleineren Kanzel weit oben. Gedacht ist dies so, dass auf ähnlicher Treppe wie der Prediger Gott hinauf in die zweite Kanzel steigt und von dort oben herab predigt.

Bei den Gläubigen gibt es hierfür zwei Denkweisen: Predigt der Geistliche etwas, worüber man eigentlich den Kopf schütteln müsste, schaut man hinauf zum unsichtbaren Gott in seiner Kanzel und denkt sich „Das hättest DU aber besser gemacht!“ Predigt der Geistliche in der Ansicht des Gläubigen Gutes, schaut man hinauf und denkt: „Gut, dass DU Deine Gedanken sendest!“ 😉

 

 

Ulm – Zwei Kapellen im Ulmer Münster

Das durch den höchsten Kirchturm der Welt berühmte Ulmer Münster hat sehr vieles zu bieten. Ich habe dazu schon einige Blogartikel verfasst, z.B. „Vom Gugele und seiner Frau“, vom „Wildschwein im Münster“, aus dem Chorraum, vom „Gang über den Kirchenraum“ oder auch vom herrlichen Blick über das Dach des Münsters.

Beim Gästeführertag habe ich wieder viel Neues erfahren, so z.B. von den beiden Kapellen, die links und rechts an den Chorraum anschließen. Links die Neithardt-Kapelle zu Ehren der Biberacher Patrizierfamilie Neithardt, die zum Bau des Münsters viel Geld spendete und sich somit sowohl die Kapelle mit eigenem Seiteneingang als auch einen darüber liegenden Raum, der als Bibliothek der 300 Bücher der Familie diente und einer Gruft unter der Kapelle sicherte.

Rechts neben dem Chorraum liegt die Konrad-Sam-Kapelle, winters als einzig heizbarer Raum für die wöchentlichen Gottesdienste genutzt. Benannt ist die Kapelle nach Konrad Sam (1483 – 1533), Theologe aus Rottenacker und Reformator der Stadt Ulm.

In beiden Kapellen hängen sehr viele Kunstgegenstände und Geschenke an das Münster teils unschätzbaren Werts, darunter Altäre und wunderbare Wandbilder, z.B. aus aufgelösten Klöstern.

 

 

 

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