Die ersten 10 000 Aufnahmen sind die schlechtesten. Helmut Newton

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Ulm – Unter der Valentinskapelle

Am südlichen Turm des Ulmer Münsters steht die einzige Kapelle außerhalb des Münsters. Derzeit ist sie für mindestens zwei Jahre eingerüstet und wird restauriert; ein Foto ohne Gerüst sieht man hier.

1458 als Grablege der Patrizierfamilie Rembold erbaut hat die kleine Kapelle eine sehr wechselvolle Geschichte:

An der Stelle lag vorm Bau der Kapelle der Pfleghof der Zisterziensterabtei Bebenhausen und unterirdisch große Kellerräume; hier erbaute der reiche Patrizier Rembold die Kapelle und eine Grablege für seine Familie. Während der Reformationszeit wurde auch diese Kapelle entweiht und diente weiterhin als Schmalz- später als Bierlager. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Kapelle für russisch-, später griechisch- und serbisch-orthodoxe Gottesdienste genutzt. Seit 1994 ist hier die Russisch-Orthodoxe Kirche des Moskauer Patriarchats untergebracht.

Die kleine Kapelle besitzt Kellergewölbe, die viel größer sind als der Raum der Kapelle selbst. Hier unten herrscht immer die gleiche Temperatur von um die 12 Grad, sommers werden schon mal Veranstaltungen und kleine Konzerte gegeben. Hinter einer Mauer und deutlich gekennzeichnet durch einen Totenschädel liegen Gebeine von mindestens 200 Menschen, die auf dem 1526 geschlossenen Münster-Kirchhof beerdigt waren.

 

 

 

Ulm – Der Metzgerturm

Direkt an der Donau als Teil der Stadtmauer von Ulm steht – 36 m hoch und weithin durch die bunten Dachziegel zu sehen – der Metzgerturm. Er wurde 1340 erbaut und ist damit 37 Jahre älter als das Ulmer Münster. Geht man nur wenige Meter auf der Stadtmauer nach Westen und schaut dann auf ihn, sieht man, wie schief er ist, nämlich mehr als 3 Grad, was bedeutet, dass er sich derzeit mit seinem hübsch gedeckten Dach 2,05 m weiter in die Stadt hineinneigt, als er unten steht. Und diese Neigung steht nicht still, alle 5 Jahre neigt er sich um weitere 0,2 mm … wenig genug um dank ständiger statischer Überwachung keine Angst haben zu müssen, dass er umfällt.

Der Turm war im Mittelalter ein Stadttor und führte in das Gelände der Stadtmetzig, der damaligen Metzgerei – daher auch sein Name. Er wurde über die Jahrhunderte als Lager, Feuerwache und auch als Gefängnis genutzt.

Warum der Turm der Sage nach schief steht?

Im 18./19. Jahrhundert sollen hier einige besonders dicke Ulmer Metzger eingesperrt gewesen sein, weil sie beim Wurstverkauf betrogen hatten, indem sie ihre Würste mit Sägemehl streckten.

„Wenn des rauskommt, was mir do nei do hend, kommet mir nie mehr do raus, wo dia uns dann neidend …“
„Wenn das herauskommt, was wir da hineingetan haben, kommen wir nie mehr da raus, wo die uns dann hineintun …“

Eines Tages kam zur Verkündung des Urteils der Bürgermeister persönlich in den Gefängnisraum, woraufhin die Metzger derart erschraken, dass sie sich alle auf einmal in eine Ecke des Turmes drängte … und der Turm neigte sich.

Tatsächlich neigte er sich aufgrund seines hölzernen und mit der Zeit verfaulenden Fundaments, das aber 1911 durch eines aus Beton ersetzt wurde.

Die 6.000 bunten Dachziegel entstanden über die Jahrhunderte einfach aus dem Grund, dass man immer mal wieder einzelne ersetzen musste und dies mit denen tat, die gerade übrig waren, egal, ob die Farbe passte oder nicht. Heute glänzen sie wunderbar bunt im Sonnenlicht!

 

Stuttgart – Stadtbibliothek VI

Im 8. Stock der Stuttgarter Stadtbibliothek mit perfektem Blick auf diese oberen 4 Stockwerke befindet sich das „Café LesBar“ mit 40 Sitzplätzen … auf dem Foto oben links.

Der Caritasverband für Stuttgart betreibt das Café als Integrationsprojekt, in dem Menschen mit Behinderungen beschäftigt sind und somit gefordert und gefördert werden, Anerkennung und Wertschätzung erfahren. Der Kaffee war sehr lecker und die Bedienung einfach großartig! Ein sehr unterstützendes Projekt, von dem ich mir viele mehr wünschen würden.

Ich erinnere mich da ans Café Samocca in Nördlingen, hier arbeiten Menschen mit Behinderung, in einem ähnlichen Projekt der Ostalb-Werkstätten.

 

… und wie man sieht, bin ich nicht alleine, um hier Fotos zu machen. Gegenüber im oberen Eck steht noch jemand mit Kamera auf Stativ. 😊😊

Stuttgart – Stadtbibliothek V

Gestern über Eck und heute nochmal der Blick auf die gerade Seite … immer sehenswert!

Stuttgart – Stadtbibliothek IV

In der barrierefreien Stuttgarter Stadtbiblothek kann man selbstverständlich alle Stockwerke bequem mit Aufzügen erreichen. Über dem „Herz“, einem schmucklosen Innenraum in den ersten vier Stockwerken, befindet sich der nach oben von einem Glasdach begrenzte und ebenfalls vier Etagen messende Galeriesaal, der zugleich Lesesaal und Lichtquelle für den unter ihm liegenden Innenraum ist. Der Galeriesaal ist wie eine auf dem Kopf stehende Pyramide gestaltet: Geschoss für Geschoss weichen die Wände und Bücherregale mehr zur Außenseite zurück; das ganze Gebäude scheint sich nach oben hin zu weiten.

Jetzt hab ich Euch drei Tage lang Appetit auf diesen tollen Anblick gemacht … bitteschön:

Stuttgart – Stadtbibliothek III

Im „Herz“ der Stadtbibliothek Stuttgart ist nichts außer die blanken Sichtbetonwände mit schmucklosen Fenstern in die jeweiligen Geschosse und mittig im Boden ein ca 1 x 1 m großes blau erleuchtetes Wasserbecken mit Mini-Fontäne. Der gesamte Raum wird zum größten Teil durch das Oberlicht der offen über ihm liegenden weiteren vier Geschosse erleuchtet.

Stuttgart – Stadtbibliothek II

Knapp 80 Mio. Euro investierte die Stadt Stuttgart in die Errichtung der neuen Stuttgarter Zentralbibliothek. Baubeginn war im Juni 2009 und schon 2 1/4 Jahre später, im Oktober 2011 konnte das nach dem Gewinnerentwurf des südkoreanischen Architekten Eun Young Yin errichtete Gebäude eröffnet werden. Der Quader mit einer Grundfläche von 44 x 44 m und einer Höhe von 40 m hat eine Doppelfassade, die äußere Hülle besteht aus Sichtbeton mit Glasbausteinen, die innere Fassade aus. Das Gebäude hat 11 Stockwerke, 2 davon unterirdisch, hier gibt es u.a. auch einen Saal für bis zu 300 Personen. Links oben am Fries aller vier Gebäudeseiten ist das Wort Bibliothek in verschiedenen Sprachen (deutsch, englisch, arabisch und koreanisch) zu lesen.

Tritt man in die Bibliothek ein, gelangt man direkt in den Servicebereich und von hier wenige Schritte weiter geradeaus in einen 14 x 14 x 14 m großen leeren Raum, der die Höhe der ersten vier Etagen einnimmt, die Wände aus hellem Sichtbeton; lt. Architekt das Herz des Gebäudes und „… ein negativer Monolith – ein absolut geometrischer, geordneter, weißer Raum als vollkommener Kubus …“. In ihm zu stehen ist absolut nicht bedrückend, eher hell und warm.

Außen um die Wände des „Herzens“ befinden sich verschiedene Programmflächen und Themenräume, so auch Infopunkte oder die Ausleihe der Montag bis Samstag zwischen 09.00 und 21.00 Uhr geöffneten Bibliothek.

 

 

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