Die ersten 10 000 Aufnahmen sind die schlechtesten. Helmut Newton

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„Über den Reben schweben“ V … mit der Seilbahn hinunter nach Rüdesheim

Vom Niederwalddenkmal kann man gemütlich durch die Weinberge nach Rüdesheim hinabspazieren oder man gleitet mit der Seilbahn aus dem Jahre 1954 – ihr Vorläufer wurde 1884 als Zahnradbahn erbaut – „über den Reben schwebend“ hinab ins hübsche Rüdesheim. 2004, im 50. Jubiläumsjahr der Kabinenbahn fuhr bereits der 30millionste Besucher mit ihr.

Mit ihr „landet“ man mitten in Rüdesheims Fußgängerzone. Hier gibt es allerlei zu sehen, besonders wohl die berühmte Drosselgasse, eine 140 m lange und nur 2 m breite Gasse mit gemütlichen Weinlokalen und Musik. Uns waren es zu viele Touristen, drum gingen wir – ein leckeres Eis verspeisend – gemächlich und auf Nebenwegen der Drosselgasse wieder hinunter zum Rhein, um nach Bingen überzusetzen.

Eine wirklich schöne entspannte Runde mit wunderbaren Aussichten auf Vater Rhein und Teile der sehr beeindruckende Landschaft des UNESCO Welterbes Oberes Mittelrheintal war das, einplanen sollten man dafür mindestens 4 Stunden Zeit, gerne natürlich länger.

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„Über den Reben schweben“ IV – Germania auf dem Niederwalddenkmal und ein Tempel überm Rhein

225 m überm Rhein und weithin zu sehen: das 38 m hohe und 75 t schwere, 1883 eröffnete Niederwalddenkmal. Es erinnert soll an die Vereinigung im Deutschen Kaiserreich nach dem Deutsch-Französischen Krieg. Die obenauf thronende Germania selbst ist 12 m hoch und bringt 32 t auf die Waage. Allein ihr Gesicht ist 1 m hoch. Germania war im 19. Jh. Sinnbild der demokratischen Bewegung in Deutschland für den von ihr angestrebten deutschen Nationalstaat.

Verschiedene Reliefs, Wappen und Figuren, so auch Kaiser Wilhelm I., Moltke oder Bismarck zieren das Denkmal. Ein Schriftband unter dem Hauptrelief mit über 200 Personen zeigt den Text der „Wacht am Rhein“, eines wichtigen politischen Liedes des Deutschen Kaiserreichs und damals inoffizielle Nationalhymne:

Es braust ein Ruf wie Donnerhall
Wie Schwertgeklirr und Wogenprall:
Zum Rhein, zum Rhein, zum deutschen Rhein!
Wer will des Stromes Hüter sein?
Lieb’ Vaterland, magst ruhig sein,
Fest steht und treu die Wacht, die Wacht am Rhein!

Wenig weiter steht der Niederwaldtempel, ein sog. Monopteros (Rundbau mit Säulen), mit herrlichem Rheinblick. Karl Maximilian Graf von Ostein ließ ihn 1788 zusammen mit dem ebenfalls neu angelegten Park hier errichten. Ende des 2. Weltkrieges, im November 1944, wurde der Niederwaldtempel zerstört.

In den folgenden Jahrzehnten blieb nur die verwüstete Plattform, bis durch den 2003 gegründeten “Förderverein Wiederaufbau Niederwaldtempel e.V.”, eine Initiative von ca. 100 Rüdesheimer Bürgerinnen und Bürgern, Pfingsten 2006 der wieder aufgebaute Tempel feierlich eingeweiht werden konnte.

„Über den Reben schweben“ III – Der Niederwald … eine entspannte Wanderung mit wunderbaren Ausblicken

Nach einer erholsamen Fahrt im Sessellift der Niederwald-Seilbahn kommen wir oben auf dem Niederwald-Berg an und spazieren gemütlich – vorbei an einem großen Wildgehege mit chillenden Rehen und Hirschen – durch den schattigen Buchen-Mischwald.

Immer wieder ergeben sich ganz wunderbare Ausblicke auf den in diesem heißen Sommer doch sehr wenig Wasser führenden Rhein, oder auch wie im unteren Foto zu sehen, den in vielen Kreuzworträtseln erfragten „Rheinzufuss bei Bingen“. Na, wie heißt er?

„Über den Reben schweben“ II – Assmannshausen … mit dem Sessellift hinauf zum Niederwald

Gegenüber von Burg Rheinstein legt unser Schiff in der sog. „Rotweingemeinde“ Assmannshausen und damit im Bundesland Hessen an. Die 1108 gegründete Weinbaugemeinde verfügt mit einer Rebfläche von 75 ha über die größte zusammenhängende Spätburgunderfläche Deutschlands. Assmannshausen hat außerdem eine Thermalquelle, viele nette Gässchen, hübsche Fachwerkhäuser, jede Menge Hotels, Lokake und Weinstuben. Weithin sichtbar am Rheinufer: das 450 Jahre alte Hotel Krone mit seinen Spitzen Türmchen.

Unser Ziel ist die 1953 eröffnete Niederwald-Seilbahn. Mit ihr fahren wir zuerst über Gärten und Häuser Assmannshausens, dann über viele Reben hinauf auf den Niederwald-Berg. Mit der Bahn überwinden wir in 15 min auf knapp 1 km Länge einen Höhenunterschied von 230 m. Die Bahn kann an ihren 72 Sesselpaaren gleichzeitig 280 Personen (rauf und runter) transportieren … einfach herrlich, so über den Reben zu schweben. 😊

„Über den Reben schweben“ I … Rhein, Wald, Aussicht & Germania in 4 Stunden

Töchterlein und ich waren letzte Woche dank Schulferien ein wenig unterwegs, haben liebe Freunde am Rande des Odenwalds besucht, sind dort mit der Sommerrodelbahn gefahren und im wirklich tollen Kletterwald Wald-Michelbach geklettert und sind dann weitergefahren Richtung Mainz, um uns für ein paar Tage Stadt und Umgebung anzuschauen.

Was man nicht verpassen sollte, wenn man in der Gegend ist eine Rheinfahrt mit dem Schiff. Möglichkeiten gibts viele, z.B. mehrere Stunden lange Fahrten, z.B. bis zur berühmten Loreley. Für einen halben Tag lohnt sich sehr und ich empfehle es jedem: das Ringticket der Bingen-Rüdesheimer Fähr- und Schiffahrtsgesellschaft.  Man hat damit 9 richtig schöne Erlebnisse auf einmal:

– Bingen
– Schifffahrt auf dem Rhein vorbei an Mäuseturm und Burgruine Ehrenfels
– das nette Städtchen Assmannshausen
– eine Fahrt mit dem Sessellift hinauf in den Niederwald,
– eine gemütliche Wanderung durch wunderschönen Wald und immer wieder schöne Ausblicke auf Vater Rhein
– das riesige Niederwalddenkmal mit Ausblick auf den Rhein und Bingen
– die Fahrt mit der Seilbahn über Weinreben wieder hinab ins hübsche
– Rüdesheim und
– die Schiffahrt wieder hinüber nach Bingen.

Man kann in diesen „Ring“ einsteigen, wo man möchte und endet wieder am Beginn des Ausflugs. Unsere Runde begann in Bingen am Rhein. Im Hafengelände findet man genügend Parkplätze und wir konnten – trotz Sonntagnachmittag – ohne Anstehen unser Ticket schnell kaufen, Erwachsenen zahlen 15 €, Kinder bis 14 Jahren 7,50 €. Schon kurz darauf kam unser Schiff, das sehr passend den Namen „Bingen“ trug.

Wir fuhren Richtung Assmannshausen, das genau wie die anderen Zwischenziele dieser kleinen Rundtour auf der anderen Rheinseite liegt. Zuerst vorbei am Mäuseturm und der Burgruine Ehrenfels.

Die Geschichte zum Mäuseturm, Wahrzeichen der Stadt Bingen, ist diese hier:
Der Mainzer Erzbischof Hatto II. war ein unbarmherziger Mann. Er ließ die Steuern immens erhöhen und führte selbst Leben in Saus und Braus und großem Luxus, während seine Untertanen ums bloße Überleben kämpften. Hatto ließ den Zollturm errichten, um auch noch an das Geld der Rheinschiffer zu gelangen. Als eine Hungersnot das Land überzog, verweigerte er den Armen jegliche Hilfe, sperrte sogar Bettler in eine Scheune und ließ diese anzünden. Als es plötzlich überall von Mäusen wimmelte, flüchtete er in seiner Not in den Mäuseturm, wo er sich in Sicherheit wähnte. Die Mäuse jedoch drangen in den Turm ein und fraßen ihn auf.

Burg Ehrenfels, heute Teil des UNESCO Welterbes Oberes Mittelrheintal, ist die Ruine einer Hangburg auf halber Strecke zwischen Rüdesheim und Assmannshausen am Rheinufer-Steilhang des Rüdesheimer Berges.

Erbaut 1211 von Philipp von Bonladen war sie Zollstation und Hoflager der Mainzer Erzbischöfe. Sie wurde 1689 im Pfälzischen Erbfolgekrieg von französischen Truppen zerstört. Die 600 m² große Burg mit 4,5 m dicken und 20 m hohen Schildmauern, zwei 33 m hohen Ecktürmen und noch bestehenden weiteren Gebäuderesten kann nicht besichtigt werden.

Auf der Binger Seite steht noch hoch oben auf 130 m Höhe das Schweizerhaus, ein nur zu Fuß erreichbares Ausflugsrestaurant. Vom Schweizerhaus hat man einen wunderbaren Blick auf Assmannshausen und das weiter rheinaufwärts liegende Binger Loch.

1842 – 1844 ließ Prinz Friedrich Wilhelm Ludwig von Preußen – seit 1823 Eigentümer der nicht weit entfernt liegenden Burg Rheinstein – dieses Haus als Gäste- und Ausflugshaus von Schweizer Arbeitern in Holzblockbauweise errichten.

Nach diesen zwei Sehenswürdigkeiten und nur ca. 15 Minuten Schiffahrt sind wir schon in der hübschen Rotwein-Gemeinde Assmannshausen. Dort geht´s morgen weiter.

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