Die ersten 10 000 Aufnahmen sind die schlechtesten. Helmut Newton

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🇬🇧 London – St. Pauls Cathedral – innen 🇬🇧

Bereits 604 n. Chr. stand an genau der gleichen Stelle eine Kirche aus Holz, die dem Heiligen Paulus (St. Paul), dem Schutzheiligen Londons gewidmet. Während des großen Brandes von London 1666 wurde die Vorgänger-Kirche – in der Zwischenzeit nach Verfall und zwei erneuten Bränden in den Jahren 962 und 1087 der 4. Nachbau – zerstört und so baute man zwischen 1675 bis 1711 in nur 36 Jahren nach dem Vorbild des Petersdoms in Rom die Heutige Kathedrale.

Die Kuppel mit einer Höhe von 111 m wird von acht Bögen gestützt und wiegt sagenhafte 66.000 Tonnen. Die beeindruckende barocke Innenausstattung haben wir teilweise Queen Victoria zu verdanken, die die Kathedrale als zu schmucklos empfand. Deshalb fügte William Richmond 1890 die prächtigen Mosaike an der Decke hinzu.

In der Gruft der Kathedrale liegen zahlreiche bekannte Persönlichkeiten begraben, so z.B. Arthur Duke of Wellington, der Napoleon bei Waterloo besiegte oder Admiral Nelson.

Ulm – Die Kanzel im Ulmer Münster

Links im Mittelschiff angebracht ist die 1510 von Jörg Syrlin dem Jüngeren aus weichem Lindenholz geschnitzte Kanzelabdeckung. Sie ist über 20 m hoch und wirklich besonders, denn schaut man genau hin, erkennt man im Inneren der wertvollen Schnitzerei im Schalldeckel eine Wendeltreppe zu einer zweiten, kleineren Kanzel weit oben. Gedacht ist dies so, dass auf ähnlicher Treppe wie der Prediger Gott hinauf in die zweite Kanzel steigt und von dort oben herab predigt.

Bei den Gläubigen gibt es hierfür zwei Denkweisen: Predigt der Geistliche etwas, worüber man eigentlich den Kopf schütteln müsste, schaut man hinauf zum unsichtbaren Gott in seiner Kanzel und denkt sich „Das hättest DU aber besser gemacht!“ Predigt der Geistliche in der Ansicht des Gläubigen Gutes, schaut man hinauf und denkt: „Gut, dass DU Deine Gedanken sendest!“ 😉

 

 

Mit dem E-Bike durch Stuttgart … IX – Kirche ohne Turm

Was für ein Anblick … das sieht ja aus wie im Märchen. Die Johanneskirche am Feuersee in Stuttgart.

Die evangelische Johanneskirche wurde als erster Kirchenneubau nach der Reformation in Stuttgart von 1864 bis 1876 im neugotischen Stil idyllisch auf einer Halbinsel im Löschteich Feuersee erbaut. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie schwer getroffen und danach von 1948 bis 1966 wiederaufgebaut. Der ursprünglich 66 m hohe Turm – beim Wiederaufbau durch eine Plattform mit Brüstung ersetzt – gilt auch heute noch als Mahnmal gegen den Krieg.

Ursprünglich sah die Kirche so aus.

 

Der Kreuzgang im Franziskerkloster zu Bozen

Jeder, der Bozen besucht, wird auch den Dom, die Propsteikirche Maria Himmelfahrt, anschauen. Gleich neben dem Waltherplatz gelegen,kommt man auch gar nicht an ihm vorbei, ohne sein bunt gekacheltes Dach zu bestaunen.

Es lohnt sich aber unbedingt, den Weg in die kleine Franziskanergasse zu machen, denn dort steht das Convento dei Francescani, das Franziskanerkloster mit der Franziskanerkirche und einem unglaublich schönen Kreuzgang. Wertvolle Fresken zurückgehend bis ins 13. Jh. sind hier zu finden.

Die Bozner erzählende stolz Legende, dass der Heilige Franziskus als Kind mit seinem Vater Pietro Bernardone, einem Tuchhändler, auf einer Geschäftsreise nach Bozen auf den Tuchmarkt gekommen sei und während dieses Aufenthalts soll der kleine Franziskus in einer Kapelle des Klosters bei einer Messe ministriert und die Glocke geläutet.

Besonders bedeutend sind die kleeblattförmigen Deckenbögen des Kreuzgangs und mehrere Fresken aus der Zeit um 1320, die Giotto zugeschrieben werden, welcher auch Baumeister des Doms zu Florenz war.

Nördlingen – in St. Georg

Die evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Georg mit dem weithin sichtbaren 90 m hohen Turm Daniel wurde 1427- 1505 im Stil der Spätgotik erbaut und ist das Wahrzeichen Nördlingens.

Es gibt viel zu sehen: einen kunstvoll geschnitzten barocken Hochaltar von van Leyden, die steinerne Kanzel, ein Relief von Ypser an der Orgelempore, die Orgel selbst mit über 3.400 Pfeifenoder auch den Herlin-Schrein aus dem Jahr 1462.

Mich interessiert heute jedoch das geschnitzte Chorgestühl aus den Jahren um 1500. Hier haben Schnitzer, darunter der lokale Kunstschreiner Hans Tauberschmidt dutzende Tier-, Menschenköpfe und Fabelwesen geschnitzt:

Die Hl. Euphemia – Stadtpatronin von Rovinj

Patronin der Stadt Rovinj ist die um 275 im heute türkischen Calzedona geborene Euphemia, Tochter einer angesehenen Patrzierfamilie. Zur damaligen Zeit – es herrschte Kaiser Diokletian – wurden Christen ihres Glaubens wegen verfolgt, gefangen gehalten und getötet.

Auch die 15jährige wurde von kaiserlichen Soldaten verhaftet, und auf verschiedene Weisen gefoltert, da sie dem Christentum nicht entsagen wollte. Sie wurde am 26.09.304 den Löwen geworfen, die sie zwar töteten, jedoch nicht auffraßen.

Calzedoner Christen bewahrten ihren Körper bis zum Jahr 620 auf, als die Stadt von den Persern erobert wurde. Kaiser Konstantin ließ in Konstantinopel eine prachtvolle Kirche zu ihren Ehren erbauen, wohin auch der Sarkophag mit dem Körper überführt wurde. Nach Machtübernahme der Ikonoklasten, die keine Bildverehrung duldeten, verschwand um 800 der Sarkophag und soll am frühen Morgen des 13.07.800 nach einem großen Gewitter am Ufer von Rovinj angetrieben worden.

Unzählige Einwohner versuchten, den Sarkophag aus dem Wasser zu ziehen, was nicht gelang. Auf Fürbitte zur Heiligen Euphemia schaffte es ein kleinen Junge mit seinen zwei Kühen, den Sarkophag zu bergen.

Durch dieses Wunder begannen Rovinjs Einwohner die Heilige Euphemia als ihre Patronin zu verehren. Der 16. September wird seit dem als Tag der Heiligen Euphemia.

Tag 7 unserer AIDA-Kreuzfahrt „Perlen am Mittelmeer“ – Barcelona, die Kathedrale La Seu

Schon vor mehr als 2.000 Jahren stand an der Stelle der heutigen Kathedrale von Barcelona ein von den Römern erbauter Tempel, der jedoch 985 von den Mauren zerstört wurde. Im 11. Jh. begann man hier, auf dem leicht erhöhten Platz Pla de la Seu mit dem mehrere Jahrhunderte andauernden Bau der Kathedrale La Seu. Zwischen 1298 und 1448 wurde das Kirchenschiff erbaut, der Glockenturm wurde 1500 fertiggestellt. 1890 wurde die neugotische Fassade und erst 1913 nach neuerlichen Umbauten der mittlere Turm fertiggestellt. So kann man an der Catedral de la Santa Creu i Santa Eulàlia – wie sie offiziell heißt – viele Architektur-Epochen wiederfinden. 83 m lang und 25 m hoch ist die Kathedrale und verfügt über 29 Seitenkapellen, 10 davon rund um den Altar.

Geweiht ist die Kathedrale der Märtyrerin Santa Eulàlia, der Schutzpatronin Barcelonas. Sie wurde in spätrömischer Zeit mit nur 13 Jahren zu Tode gefoltert. Der Leichnam Eulàlias liegt unter dem Hochaltar begraben.

Das Chorgestühl, welches zu den besten Schnitzarbeiten der Gotik in Katalonien zählt, wurde 1517/18 von Joan de Borgonya mit den Schilden der Ritter des Ordens vom Goldenen Vlies bemalt, der sich hier 1519 auf den Befehl von Kaiser Karl V. versammelte.

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