Die ersten 10 000 Aufnahmen sind die schlechtesten. Helmut Newton

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Lauf an der Pegnitz – das Nürnberger Tor

Durch das Nürnberger Tor betritt man von Westen die historische Innenstadt und den hübschen Marktplatz von Lauf an der Pegnitz. Gegenüber auf der anderer Seite des Marktplatzes steht das Hersbrucker Tor – das sieht genauso hübsch aus! 😊

Lauf an der Pegnitz – Stadtansicht

Keine 20 km nördlich von Nürnberg liegt das hübsche Lauf an der Pegnitz. Eine kleine historische Stadt mit Stadttoren, Schloss, kleinen Mühlen am Rand der Pegnitz … äußerst nett anzuschauen! Knapp 30.000 Einwohner zählt die Kreisstadt des mittelfränkischen Landkreises Nürnberger Land.

Bereits im 11. Jahrhundert gab es hier eine Siedlung mit Mühlen am Flusslauf der Pegnitz. 1355 wurde Lauf zur Stadt erhoben und auf der vorgelagerten Pegnitzinsel wurde das Wenzelschloss erbaut. Erst neuböhmisch, dann unter Herrschaft der Landshuter Linie der Wittelsbacher wurde es 1504 der Reichsstadt Nürnberg zugeordnet, danach durch Truppen des Markgrafen von Brandenburg-Kulmbach erobert und 1553 in Brand gesteckt. 1806 wurde es dem neuen Königreich Bayern zugeordnet und Sitz verschiedener Ämter und Gerichte. Wirtschaftlich bedeutend war Lauf bereits in vorindustrieller Zeit dank seiner Mühlen und Hammerwerke.

Heute die Stadtansicht von der gegenüberliegenden Seite der Pegnitz – in der Mitte das vereiste Mühlrad vom Blogartikel von letzter Woche.

Fundstück der Woche: Maria in Schwabach

Im Rahmen der Schwabacher Kunsttage 2007 entstand zum Thema „Im Zeichen des Goldes“ das über 2 m hohe Werk „Maria 2007“ aus Steinguss mit – selbstverständlich mit Schwabacher Gold – vergoldeter Satellitenschüssel. Diese moderne Version der „Jungfrau mit Kind“ ist eine Anlehnung an heutige Zeiten mit Handy und Sat-Schüssel. 

Die Künstlerin Susanne Rudolph aus Langenburg bei Crailsheim gewann damit den Publikumspreis. Das Kunstwerk wurde von der Stadt Schwabach angekauft und steht nun vor der Kirche St. Sebald.

Kunst eben! 😉👍🏼

Das „Licht der Welt“ in St. Johannes und St. Martin Schwabach

 

Die Kirche hat hübsche, vor allem alte Fenster. Ich habe jedoch ein modernes ausgesucht: Dank einer privaten Spende gibt es an der Nordseite der Kirche das Fenster „Licht der Welt“ geschaffen vom Schwabacher Künstler Heinrich K. Mangold. Dieser bezieht sich auf eine Geschichte aus dem Neuen Testament: Jesus erscheint zwei Jüngern auf deren Weg nach Emmaus. Er isst gemeinsamen mit Ihnen, bricht das Brot und in dem Moment, in dem sie ihn erkennen, entschwindet er. Veranschaulicht wird dieser Augenblick in einem Lichtwirbel, der die Jünger durchdringt … das „Licht der Welt“.

Der Schwabacher Altar

Der spätgotische Hochaltar der Stadtkirche St. Johannes und St. Martin am Marktplatz von Schwabach ist mit über 15 m Höhe und mehr als 6,50 m Breite einer der größten spätgotischen Flügelaltäre. 1508 stellte ihn Michael Wolgemut, der Lehrer von Albrecht Dürer fertig. Die beeindruckenden Schnitzereien sind klassisches Beispiel für die Verwendung von Blattgold.

Der Altar verfügt über je ein Paar feststehende und bewegliche Außenflügel sowie ein Paar bewegliche Innenflügel, mit denen im Kirchenjahr zwischen Passions-, Werktags- oder Festtagsseite gewechselt werden kann. Die Vorderseiten der Innenflügel sind mit vier Reliefs versehen. Der Hauptschrein – man sieht die Krönung Mariens – zeigt 4 wunderbar geschnitzte und mit bis zu 1,80 m Höhe lebensgroße Skulpturen. Die Predella – deren beidseitig bemaltes Flügelpaar nur zur Festtagsseite geöffnet wird – zeigt das Abendmahl.

Der Goldschläger von Schwabach

Mitten in der Stadt Schwabach steht das bekannte Denkmal des Goldschlägers:

Im 16. Jahrhundert wurden mit der Nürnberger Handwerksordnung derartige Vorschriften verhängt, dass die ersten Goldschläger dort nicht mehr arbeiten konnten und nach Schwabach auswanderten, wo sie gute Bedingungen für ihr Handwerk vorfanden, besonders das für die Blattgold-Herstellung wichtige trockene Klima. Um 1900 stand das Blattschlägerhandwerk hier in voller Blüte. Es gab rund 130 Betriebe mit zeitweise bis zu 1.200 Beschäftigen. Heute gibt es in Schwabach und Umgebung noch 5 Goldschlägerwerkstätten.

Wie wird Blattgold hergestellt?
Zuerst wird das Gold geschmolzen; Zusatzstoffen wie Platin, Kupfer oder Silber sind für die unterschiedliche Farbe des späteren Blattgoldes verantwortlich. Aus dem geschmolzenen Gold werden Barren gegossen, diese zu Bändern gewalzt und dann in kleine Quadarate geschnitten. 400 bis 500 der ca. zeitungspapierdicken Quadrate werden übereinander in eine Quetsche gelegt.  In mehreren Arbeitsgängen wird das Gold nun immer wieder – früher mit Muskelkraft, heute mit Maschinen, geschlagen und beschnitten, bis es zum Schluss 8 x 8 cm und eine Dicke bzw. „Dünne“ von ca. 1/10.000 mm aufweist.

Die Goldschlägerstadt Schwabach

Schwabach – südwestlich von Nürnberg gelegen, ist mit knapp über 40.000 Einwohnern die kleinste kreisfreie Stadt in Bayern. Erstmals 1117 erwähnt erhielt Schwabach 1303 die Markt- und 1375 die Stadtrechte. Schwabach ist bekannt als „Goldschlägerstadt“. Der Sitzungssaal des Rathauses verfügt über ein Fries aus 14.000 Blatt Schwabacher Blattgold. 2001 wurden zwei Türme des aus dem 16. Jahrhundert stammenden Rathauses am Marktplatz vergoldet.

Über Schwabach gibt es sicherlich noch viel mehr zu sagen. Ich fasse mich kurz und gebe wie immer in meiner Kategorie „Arbeiten, wo anderer Urlaub machen“ nur das wieder, was mir bei einem kurzen Abstecher zwischen 2 Terminen über den Weg gelaufen ist.

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