Die ersten 10 000 Aufnahmen sind die schlechtesten. Helmut Newton

Nur einige Fahrradminuten vom Kaiserpalast entfernt sind wir beim Europäischen Parlament. Ein wirklich beeindruckendes Gebäude an der Ill.

Harte Fakten:
5 Jahre Bauzeit, Fertigstellung 1999
Baukosten 423 Mio €
200.000 qm Nutzfläche
15.000 qm Glasfläche
1.133 Büros auf 17 Stockwerken
Höhe des Turms 60 m
Das Europäische Parlament tagt hier und wochenweise abwechselnd mit Brüssel.

Gleich neben dem Europäischen Parlament steht das einer Waage gleichende Gebäude des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte.

Maison Kammerzell ist ein umgebautes bürgerliches Fachwerkhaus direkt an der Nordseite des Münsters in Straßburg. 1427 errichtet und mehrfach umgebaut beeindruckt es besonders durch seine sehr gut erhaltene geschnitzte Fassade mit Elementen bürgerlichen und sakrale Lebens von der Antike bis ins Mittelalters. Das Haus Kammerzell gilt als eines der schönsten Fachwerkhäuser der deutschen Spätgotik und ist in seiner Originalsubstanz erhalten.

Im wunderschönen Haus befindet sich ein kleines Hotel und ein Restaurant. Unsere einheimische Radführerin Cosima hat uns aber dringend davon abgeraten, es aufzusuchen, hier würden gut bekannte Einheimische zwar herrschaftlich bewirtet, Touristen jedoch quasi „durchgejagt“.

Der ehemalige Kaiserpalast „Palais du Rhin“, ist eines der markantesten Gebäude Straßburgs. In der Neustadt am Place de la République gelegen, ist er mit seiner großen Kuppel typisch für die deutsche Architektur des späten 19. Jahrhundert im Stil der Neorenaissance.

Kaiser Wilhelm II. weihte den Palast 1889 ein, war allerdings höchstens einmal im Jahr hier, weil er den Baustil des unter seinem Vorgänger mit dem Bau begonnenen Palasts nicht mochte; er nannte ihn „Elefantenstall“ und meiner, er ähnele dem Elefantenhaus des Berliner Zoos. Der Kaiserpalast hatte im Laufe seiner Existenz bis heute viele verschiedene Zwecke: während des 1. Weltkrieges war er Lazarett, ab 1920 Sitz der Zentralkommission für die Rheinschifffahrt. 1940 zog die Kommandatur der nationalsozialistischen Lokalregierung ein. General Leclerc, der Befreier Straßburgs machte ihn im November 1944 zu seinem Hauptquartier. Heute befindet sich im Palais du Rhin neben der Zentralkommission für die Rheinschifffahrt auch wieder die Regionaldirektion für kulturelle Angelegenheiten des Elsass.

Unsere Radtour geht weiter ins älteste Viertel der Stadt „Petit France“. In den kleinen verschlungenen Gassen des ehemaligeViertels der Fischer, Müller und Gerber an der Ill und ihren 3 Kanälen drängen sich dicht an dicht Fachwerkhäuser aus dem 16. und 17. Jh. mit hohen Spitzdächern, in deren offenen Dachböden früher die gegerbten Häute zum Trocknen aufgehängt. Besonders schön auch nachts:

Früher war das Viertel ein finsterer, unbeliebter Stadtteil, denn die gegerbten Häute verbreiteten einen strengen Geruch. Gauner und Banditen fanden hier Unterschlupf, es wurden dunkle Geschäfte gemacht und es gab ein rege florierendes Rotlichtmilieu. In dem Viertel lag auch ein Militärkrankenhaus, in dem Soldaten von Syphillis – damals als „Franzosenkrankheit“ bezeichnet – geheilt wurden. Daher rührt auch der Name „Petit France“.

Heute ist das Viertel sowohl bei Einheimischen und Touristen sehr beliebt, es ist komplett Fußgängerzone, man kann also ungestört von Autos in den Gässchen spazieren, die vielen kleinen Geschäfte erkunden und aus einer Unmenge Cafés und Restaurants mit feiner elsässische Küche auswählen. Das wohl bekannteste, vor dem Franjo hier sitzt, ist das „Maison des Tanneurs“ (Gerberhaus) mit mehrfach ausgezeichneter Küche. Zuletzt hat das Restaurant einen Michelinstern abgelehnt, damit es weiterhin in gewohnter Qualität zu normalen Preisen kochen und servieren kann. Sehr zu empfehlen: Sauerkraut mit 3 Sorten Fisch.

Gleich nebenan hatte ich überm Traditionslokal „Le Lohkäs“ ein wunderschönes Loft über 3 1/2  Etagen mit 2 Schlaf- und Badezimmern, einem riesigen Wohn- und Esszimmer sowie komplett eingerichteter Küche gebucht.

Fällt man aus der Tür, steht man mitten in den vielen Besuchergruppen, denn die laufen hier direkt an Haus vorbei. Drinnen ist es dank doppelter Dämmung ganz ruhig und gemütlich! Zentraler und uriger geht’s nicht!

Eine Radtour ist immer eine gute Idee! Straßburg ist dank seiner Lage in der Rheinebene flach und deshalb ganz easy auch für Untrainierte mit dem Rad zu erkunden. Außerdem gibt es keine Beschränkungen, Fahrräder dürfen überall fahren, selbst in den winzigsten Altstadtgässchen.

Wir treffen unsere Radführerin Cosima am Place d’Austerlitz, schnappen uns unsere Räder und betrachten erst einmal die Stadt an einem „Blinden“-Stadtmodell. Unsere Runde geht durch die Altstadt zur berühmten gedeckten Brücke „Ponts Couverts“, weiter durch den ältesten Teil „Petit France“, zum Münster, durch die Neustadt bis hinaus zum Europäischen Parlament und über die Grüne Lungen der Stadt, den Parc de l’Orangerie, wieder zurück.

Vom Place d’Austerlitz, der nur wenige hundert Meter südlich des Münsters liegt, radeln wir zuerst zum ans Münster angrenzenden Palais Rohan,

kunsthistorisch ein Highlight der Stadt, da es den Höhepunkt der elsässischen Barockarchiktektur darstellt. Erbaut in der Mitte des 18. Jahrhundert war es Bischofspalast, später Kaiser- und Königsresidenz und beherbergt heute mehrere Museen, z.B. das Archäologische Museum und das Museum für Bildende Kunst. Hier haben bereits Barack Obama und Francoise Hollande getagt und gespeist. 

Weiter geht’s zur berühmten gedeckten Brücke „Ponts Couverts“, neben der Kathedrale ein Wahrzeichen der Stadt Straßburg.

Über die Kanäle der Ill spannen sich die Reste der Straßburger Stadtmauer aus dem 14. Jahrhundert mit den vier ehemals aus Holz und im 19. Jahrhundert aus Stein nachgebauten Türmen, in denen sich bis 1832 Gefängnisse befanden. Wunderschön – besonders bei diesem strahlend blauen Himmel! 😊

(Dieser Beitrag enthält Empfehlungen und damit Werbung!)

Straßburg, die Hauptstadt des Elsass, liegt direkt auf der gegenüberliegenden Rheinseite von Kehl in Baden-Württemberg. Straßburg war mir bisher als Sitz des Europäischen Parlaments, des Europarats und für seine leckeren Flammkuchen bekannt. Am letzten Wochenende wollte ich meinen Horizont ein wenig erweitern und Straßburg erkunden … und es war einfach toll!

Ich hatte direkt in der Altstadt „Petit France“ überm Traditionslokal „Le Lohkäs“ ein wunderschönes Loft über 3 1/2  Etagen mit 2 Schlaf- und Badezimmern, einem riesigen Wohn- und Esszimmer sowie komplett eingerichteter Küche gefunden; unser Auto konnte ein paar hundert Meter entfernt in einer Tiefgarage parken. Das nächste Mal fahre ich allerdings mit dem TGV … von Ulm aus in 3 Stunden. Was man hier nämlich ganz bestimmt für einen Städtetrip auf keinen Fall braucht, ist ein Auto. Die Stadt ist einfach zu Fuß oder mit Leihfahrrädern zu erkunden. Es gibt auch eine Straßenbahn, sogar eine Linie von Kehl über den Rhein.

Wir kamen an, bezogen unser schönes Loft und spazierten Richtung Münster durch einige der vielen winzigen Gässchen mit hübschen historischen Gebäuden. Hier findet man wirklich alles und das im Überfluss: Boulangerien, Cafés, Restaurant, Bücherläden, hübsche kleine Boutiquen …

Nachdem wir das Münster im Abendsonnenschein bestaunt haben,

ging es ins Traditionslokal „Le Gruber“ gleich um die Ecke, dort hatte ich einen Tisch reserviert – an einem Freitagabend bzw. am Wochenende kein Fehler! – und wir verspeisten in den alten Gemäuern in aller Gemütlichkeit bei einem schönen Glas Elsässer Riesling unseren leckeren Flammkuchen; danach noch im Eisladen „Amorino“ gleich am Münster ein kleines mit Eis gefülltes Macaron. Ein Träumchen!

Auf dem Rückweg ging es durch andere Gässchen entlang des Flusses Ill, der die Altstadt umrundet. Daheim noch ein Gläschen Wein und wir fielen beeindruckt in die Federn.

Empfehlung:
Loft Le Lohkäs
Le Gruber
Amorino

 

 

 

 

Grüße aus …

Mein Geburtstagswochenende verbrachte ich in … na wer weiß es?

Dieses weithin sichtbare und über 1.000 Jahre alte Münster, das hier im Abendsonnenschein ganz wunderbar strahlt, steht mitten in einer wunderschönen Altstadt; die Häuser rundherum sind ganz nah dran gebaut, man bekommt es wirklich kaum aufs Foto. Grandios!

Sonntagslächeln

Schönen Sonntag!!!

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