Die ersten 10 000 Aufnahmen sind die schlechtesten. Helmut Newton

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Ulm – Der Metzgerturm

Direkt an der Donau als Teil der Stadtmauer von Ulm steht – 36 m hoch und weithin durch die bunten Dachziegel zu sehen – der Metzgerturm. Er wurde 1340 erbaut und ist damit 37 Jahre älter als das Ulmer Münster. Geht man nur wenige Meter auf der Stadtmauer nach Westen und schaut dann auf ihn, sieht man, wie schief er ist, nämlich mehr als 3 Grad, was bedeutet, dass er sich derzeit mit seinem hübsch gedeckten Dach 2,05 m weiter in die Stadt hineinneigt, als er unten steht. Und diese Neigung steht nicht still, alle 5 Jahre neigt er sich um weitere 0,2 mm … wenig genug um dank ständiger statischer Überwachung keine Angst haben zu müssen, dass er umfällt.

Der Turm war im Mittelalter ein Stadttor und führte in das Gelände der Stadtmetzig, der damaligen Metzgerei – daher auch sein Name. Er wurde über die Jahrhunderte als Lager, Feuerwache und auch als Gefängnis genutzt.

Warum der Turm der Sage nach schief steht?

Im 18./19. Jahrhundert sollen hier einige besonders dicke Ulmer Metzger eingesperrt gewesen sein, weil sie beim Wurstverkauf betrogen hatten, indem sie ihre Würste mit Sägemehl streckten.

„Wenn des rauskommt, was mir do nei do hend, kommet mir nie mehr do raus, wo dia uns dann neidend …“
„Wenn das herauskommt, was wir da hineingetan haben, kommen wir nie mehr da raus, wo die uns dann hineintun …“

Eines Tages kam zur Verkündung des Urteils der Bürgermeister persönlich in den Gefängnisraum, woraufhin die Metzger derart erschraken, dass sie sich alle auf einmal in eine Ecke des Turmes drängte … und der Turm neigte sich.

Tatsächlich neigte er sich aufgrund seines hölzernen und mit der Zeit verfaulenden Fundaments, das aber 1911 durch eines aus Beton ersetzt wurde.

Die 6.000 bunten Dachziegel entstanden über die Jahrhunderte einfach aus dem Grund, dass man immer mal wieder einzelne ersetzen musste und dies mit denen tat, die gerade übrig waren, egal, ob die Farbe passte oder nicht. Heute glänzen sie wunderbar bunt im Sonnenlicht!

 

Ulm – Das Schiefe Haus

Das „Schiefe Haus“, an – ja fast im – Flüsschen  Blau im Fischerviertel gelegen ist neben dem Ulmer Münster wohl meist fotografierte Objekt in Ulm: Es stammt aus dem Jahr 1406. Durch den nordseitig festen Untergrund und die Blau an der Südseite neigte sich das Haus derart, dass es durch drei Säulen in der Blau gestützt werden musste. Mitte des 17. Jahrhunderts erhielt es dann an Südseite die steinerne Außenwand. Am Giebel der Südseite hängt ein Schlüssel herunter, nicht, damit man ins Kämmerchen seiner Geliebten eindringen kann, sondern damit der Besucher sieht, wie stark das Haus sich neigt, nämlich um 10 Grad

Am historischen Anlegeplatz von Fischerbooten ist heute eine Galerie mit Bodenverglasung über der Blau.

1994/95 wurde das gesamte Haus entkernt; im Fundament verstärkt, das Tragwerk rekonstruiert und der Dach- und Deckenbereich stabilisiert. Aus den früheren drei großen Räumen wurden unter Einhaltung aller Denkmalschutzverordnungen elf modern eingerichtete Hotelzimmer sogar mit Fußbodenheizung. Manche davon weisen Schräglagen bis zu 40 cm über die Zimmerbreite auf. Die Betten sind allerdings waagerecht austariert und zeigen dank angebrachter Wasserwaage dem Gast, dass er horizontal liegt und „nur“ das Zimmer schief ist.

Das Schiefe Haus ist seit 1997 als das Schiefste Hotel der Welt im Guinness-Buch der Rekorde eingetragen. Man kann dort noch heute übernachten, gut frühstücken und am Wochenende nach Voranmeldung eine kleine Führung durch verschiedenen Räume nebst Kaffee und Kuchen bekommen.

… auch etwas, das ich nochmal tun möchte!

 

Ulm – Die astronomische Uhr an der Ostseite des Rathauses

Am Ulmer Rathaus – ein echtes Schmuckstück übrigens! – ist mit der astronomischen Uhr von ca. 1520 die komplexeste Süddeutschlands mit 5 beweglichen Elementen angebracht. Der Laie kann da auf den ersten Blick mal so gar nichts ablesen! Gerade mal ein Zeiger – der mit der ausgestreckten Hand – zeigt uns auf den römischen Ziffern des äußeren Ziffernblatts die Stunde an.

Im Rathaus steht ein Modell dieser Uhr, das uns ihre Komplexität etwas näherbringen kann.

Der Zeiger mit der goldenen Sonne an der Spitze steht dort, wo auch tatsächlich der Platz der Sonne gerade ist: mittags ganz oben, Mitternacht ganz unten. Am beweglichen Tierkreisring mit den zwölf in vergoldetes Kupferblech getriebenen Sternbildern kann man dem Lauf der Sterne ablesen. Der Mondzeiger mit der Mondkugel an der Spitze und dem Stern am entgegengesetzten Ende (dieser dient als Gegengewicht) braucht für einen Umlauf ca. 50 Minuten länger als der Sonnenzeiger. Bis der schnellere Sonnenzeiger den langsameren Mondzeiger erneut überholt, vergeht also genau die Zeit von einem Vollmond zum nächsten. Weiter gibt die goldene Mondkugel, die in einer löffelartigen Schale liegt und sich in ihr bewegt, den tatsächlichem Mondstand mit allen Mondphasen von Vollmond (goldene Mondkugel) bis zu Neumond (schwarze Seite) an. Der Zeiger mit dem goldenen Drache zeigt eine mögliche Finsternis an; ob es sich um eine Sonnen- oder Mondfinsternis handelt, zeigt die Position der Zeiger.

Selbst am unveränderlichen runden, durch einen Halbkreis in Schwarz und Weiß geteilten Mittelfeld gibt es noch einiges abzulesen, z.B. Sonnenauf- und -untergang.

Wer´s ganz genau wissen will, findet hier einen sehr detaillierten Beitrag zur Astronomischen Uhr am Ulmer Rathaus.

 

Ulm – Das Schwörhaus

Mitten in Ulms Altstadt auf dem Weinhof stand im Jahr 854 eine Kapelle der damaligen Königspfalz. Hier wurde ab mindestens 1345 der Schwörakt, ein Symbol städtischer Souverenität abgehalten. Nach Abbruch der alten Gebäude wurde 1618 das heutige Schwörhaus im Stil der Renaissance erbaut, welches jedoch im Zweiten Weltkrieg im Dezember 1944 schwer getroffen komplett ausbrannte. 1954 wurde das mit Barockgiebel wiederaufgebaute Schwörhaus wieder eingeweiht.

Im 1. Stock sieht man den angebauten Balkon, auf dem noch heute jährlich im Rahmen des Schwörfests der Ulmer Oberbürgermeister Rechenschaft ablegt und den Eid schwört: „Reichen und Armen ein gemeiner Mann zu sein in den gleichen, gemeinsamen und redlichen Dingen ohne allen Vorbehalt.“

Im Schwörhaus befindet sich heute das Haus der Stadtgeschichte Ulm und das Stadtarchiv Ulm.

 

Gästeführertag in Ulm

Blick vom gegenüberliegenden Ufer der Donau auf die Ulmer Altstadt:
Ulmer Münster mit dem höchsten Kirchturm der Welt – Glaspyramide der Bibliothek Ulm – Metzgerturm mit bunten Kacheln

Vergangenen Samstag fand in Ulm der 1. Gästeführertag statt. Für 5 €, die der Aktion 100.000, einer Ulmer Spendenaktion für Menschen in Not zugute kommen, konnte man ein Bändel erwerben und so an mehr als 70 Kurzführungen teilnehmen. Dabei startete jede halbe Stunde an vielen verschiedenen Plätzen der Stadt, im Rathaus, im Ulmer Museum, im Münster, am Donauufer oder auf der Stadtmauer … eine neue 20minütige Führung. Zum Ortswechsel hätte man 10 Minuten Zeit und weil ich mir bereits zu Hause den Ablauf ausgedruckt hatte, konnte ich schon mal planen, was ich sehen möchte und ohne Hektik sehr viel erleben und Neues über das immer wieder sehenswerte Ulm erfahren.

Ulm ist absolut eine Reise wert! Mir und vielen, vielen anderen Gästen hat es sehr viel Spaß gemacht!

Sonntagslächeln

Schönen Sonntag! 😊🐷😊

… Schweinchen vom Saumarkt im Ulmer Fischerviertel; Plastik „Dr Metzgr ond dr Baur beim Handl om dui Sau“.

Fundstück der Woche

– ohne Worte –

… gefunden in Memmingen im Fenster einer Kneipe

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