Die ersten 10 000 Aufnahmen sind die schlechtesten. Helmut Newton

Unser Homestay liegt direkt an einem Seitenarm des Mekong, das spartanisch eingerichtet Haus unserer Gastfamilie trennt nur ein Weg und ein kleiner Damm vom Wasser. Überall riesige unbekannte Pflanzen, Palmen, Hühner … und die Katze unterm Bett. Apropos Bett: Hier gibt es natürlich keine Klimaanlage, sondern nur ein wirklich hartes Bettgestell mit einer hauchdünnen Matte, einem Moskitonetz und darüber immerhin einem Ventilator. Aber genau so wollte wir es: einmal eine Nacht nicht im 4- oder 5-Sterne-Hotel, sondern wie die Vietnamesen verbringen. 

Die Kids liegen in den Hängematten vor der Tür und surfen dank WLAN – klar gibt´s hier WLAN! – im Internet und wir dürfen wie gewünscht der Hausfrau in ihrer winzigen gemauerten Küche an ihrem mit Holz gefeuerten Herd beim Zubereiten des gemeinsamen Abendessens helfen. Wir puhlen Krabben, schneiden Gemüse und kleine Fische, die sie dann in heißem Öl frittiert. Das wird nochmal ein echtes Festmahl obwohl wir vom Mittagessen noch satt sind. Ein Schnaps zur Verdauung hilft!

Zur Feier des Tages hat der Hausherr für uns nach einem kurzen Telefonat heute Mittag auf dem Markt eine Durian eingekauft. Wir wollten diese Frucht unbedingt probieren, es hieß, sie sei eine Delikatesse und frischer als hier kriegt man die nicht wieder, denn hier wächst sie überall. Die Welt schreibt „Durian schmeckt wie der Himmel, aber stinkt wie der Hölle.“ Zweiteres auf jeden Fall, ersteres kann ich so nicht bestätigen.

Die rund 5 kg schwere Frucht öffnet der Hausherr mit eine Machete und heraus kommt in Abteilungen das gelbe Fruchtfleisch. Es stinkt relativ übel, man kann es kaum beschreiben: süßlich, vergoren, abgestanden. Mit etwas Überwindung essen wir alle vom weichen, warmen Fruchtfleisch (vielleicht wäre eine Nacht in einem Kühlschrank gut gewesen?) und man merkt gleich: Einigen von uns schmeckt es, andere wenden sich ab und wollen nicht nochmal davon probieren. Die Vietnamesen lieben die Frucht, egal ob frisch oder in Süßspeisen und Kuchen. Die Durian und ich haben uns heute hier im Mekongdelta kennen- aber nicht lieben gelernt. Die Geschmäcker sind Gott sei dank verschieden.



Nach noch einem Schnaps zur weiteren guten Verdauung sinken wir müde vom Tag auf unser Bettgestell und schlafen trotz Hitze sehr gut.

Übrigens wollten wir am nächsten Tag das restliche Fruchtfleisch der Durian als „Wegzehrung“ mitnehmen. Die Ausdünstungen waren unbeschreiblich! Der Fahrer unseres Kleinbusses hat darauf bestanden, dass wir das Reststück wegschmeißen oder verschenken, er nimmt es jedenfalls nicht mit! 🤪 Ein vorbeifahrender Vietnamese auf seinem Fahrrad nahm sie freudig erregt entgegen.

Kommentare zu: "Vietnam Tag 12 – Kochen im Homestay am Mekong und die wahrscheinlich stinkendste Frucht der Welt" (3)

  1. sicherlich ein weiteres Highlight der REise !!! Krass wie eine Frucht so stinken kann das selbst das mitnehmen zum Problem wird.

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    • Es war wirklich ekelhaft. Obwohl mit Nasezuhalten der Geschmack wirklich gut war. Vielleicht nicht für jeden geeignet, für mich jedenfalls nicht. Ich habe gelesen, dass eine solche Frucht doppelt so viele Gene hat wie der Mensch. Ist doch auch verrückt!

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  2. […] und an die Mönche geopfert wurde hier alles – bis hin zu gebratenen Schweinen, Salat und Durian. Diesen „Duft“ werde ich nie […]

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