Die ersten 10 000 Aufnahmen sind die schlechtesten. Helmut Newton

Korfu und die Oliven


Korfu ist eine wahrlich grüne Insel! Über die Hälfte der Insel ist mit Olivenbäumen bewachsen – rund 4 Millionen Olivenbäume, die ihren Ursprung im 16. Jahrhundert haben, als die Venezianer deren Pflanzung förderten. 65 % der Inselfläche werden landwirtschaftlich genutzt, 55 % durch den Olivenanbau. Viele der Bäume, von denen aktuell geertet wird, stammen noch aus venizianischer Zeit, sind riesengroß und knorrig.

Wir besuchen auf unserem Rückweg aus dem Süden der Insel – auch um ein paar Urlaubsmitbringsel zu finden – die Olivenölpresse Mavroudis in Vraganiotika. Der freundliche Herr des Hauses erklärt uns, wie die Olivenernte, die Pressung und Herstellung des guten Öls funktionieren und wir probieren uns durch leckerste eingelegte Oliven, hausgebackenes Brot und verschiedene Öle mit und ohne Zitrone, Knoblauch, Oregano oder Orange. Und natürlich nehmen wir so einiges mit nach Hause! 😊

Wie funktioniert das Ernten und Ölmachen?

Die Ernte- und Verarbeitungszeit läuft von Oktober bis Februar. Ab ca. Oktober werden unter den Olivenbäumen Netze ausgelegt, auf die die kleinen reifen schwarzen Oliven fallen. So erntet es sich schon mal leichter. (Große Oliven, die wir eingelegt essen, sind eine andere Sorte und werden mühevoll vom Baum geerntet.)

Die Oliven werden in Säcken an die Ölpresse geliefert und in modernsten Maschinen (bei Mavroudis sind in einem kleinen Museum auch die früheren Steinmühlen und was man sonst noch zur Ölherstellung brauchte, zu besichtigen) dort schonend gepresst. Wir entscheiden uns für ein mildes Olivenöl extra vergine, das schonend kalt gepresst wurde und so keinen Qualitätsverlust durch Erhitzung erleidet. Auf diese Weise wird in der Erstpressung feinster Geschmack, minimaler Säuregehalt und höchste Qualität erzielt. Korfus Olivenöl ist nicht grün, es hat eine golde Farbe, es schmeckt herzhaft erdig und unterscheidet sich damit deutlich von dem etwas bitteren Geschmack der grünen, aus unreif geernteten Oliven entstehenden Öle. Kein korfiotischer Olivenbauer würde sein eigenes Öl gegen ein kretisches „extra vergine“ tauschen. Den Unterschied schmeckt man!

Die Familie Mavroudis presst Oliven von 70 Bauern der Gegend, welche ihr Öl dann selbst vermarkten. Bezahlt wird hier nicht nach gepressten Tonnen Oliven, sondern die Familie erhält 10 % des Umsatzerlöses der Bauern für das verkaufte Olivenöl.

Wir waren gerne hier, haben geschaut, gelernt und geschmeckt! 

Kommentare zu: "Korfu und die Oliven" (6)

  1. Hast du toll beschrieben und erklärt ! Die meisten olivenbäume habe ich in kreta gesehen! Ok kreta ist aber auch wesentlich grösser ! Olivenöl soll ja super gesund sein und man kann wenn man es täglich konsumiert richtig alt werden – habe ich mal wo gelesen !

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  2. Kann man richtig alt werden ! So soll es heissen !

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