Die ersten 10 000 Aufnahmen sind die schlechtesten. Helmut Newton

Heute laufen wir erst am späten Vormittag im Hafen von Barcelona ein und weil dies ein guter Zeitpunkt ist, sich nochmal etwas zu gönnen, frühstücken wir im Gourmet-Restarant Rossini. Nicht, dass das Frühstück in den Buffetrestaurants nicht gut wäre, aber irgendwie möchte ich mal alles, was man hier erleben kann, ausprobiert haben.

Eine Etagere mit frischer Wurst, Schinken, Käse, frisch gepresster Orangensaft und viele kleine Marmeladen- und Honiggläschen stehen bereits bereit, dazu frisch gebackene duftende Brötchen und verschiedene Brotsorten. Wir bestellen einen Latte Macchiato und eine heiße Schokolade mit einen riesigen Sahnetuff sowie frisches Obst und Omelett mit Garnelen dazu. Highlight ist eine AIDA aus Pancaketeig! 👍 Und wie wir da so sitzen und kauend und genießend aufs Meer schauen, fahren wir auf einmal an der Hafenmole von Barcelona vorbei. Irgendwie schon verrückt. Eine tolle Frühstücksaussicht.

Eine Stunde und noch einen Latte Macchiato später ist der Magen mehr als glücklich und wie laufen auf unser Zimmer. Die Fototasche ist schon gepackt, wir ziehen uns um und ab gehts nach Barcelona.

Eine Dreiviertelstunde fährt unser Bus durch die Straßen, uns wird vieles erklärt und wir haben heute einen österreichisch-spanischen Reiseführer erwischt, ein wirklich lustiger Typ, der viele kleine Geschichten zu erzählen weiß. Gut unterhalten fahren wir dahin, bis wir SIE auf einmal sehen: Zwischen 2 Häuserfronten hindurch entdecken wir die Sagrada Familia, mit vollem Namens Basílica i Temple Expiatori de la Sagrada Família, die Sühnekriche der Heiligen Familie. DAS Meisterwerk Antoni Gaudis, der mit dem Bau nach seinen Plänen 1882 begonnen hat. Gaudi starb 1926, kam mit dem Bau seiner Kirche nicht allzu weit.

Wie unser Führer zu berichten weiß, starb Gaudi auf eine ungewöhnliche Art und Weise: Gaudi hing zeitlebens an nichts. Er war ein angesehener Mann, war Architekt vieler großartige Bauwerke, lebte jedoch zurückgezogen und kleidete sich eher wie ein armer Mann. Eines Tages wurde er unglücklicherweise von einer Straßenbahn angefahren und weil ihn niemand erkannte, er auch kein Ausweispapier bei sich trug, kam er schwerverletzt in einen abgelegenen Teil eines Hospitals, in dem die Armen notdürftig versorgt werden und starb dort 3 Tage später. Erst jetzt stellte man fest, wer da gestorben war.


Gaudi wusste , dass er dieses Meisterwerk, seine Sagrada Familia niemals wird fertig bauen können, also begann er an der prächtigsten und schönsten Seite, der Ostseite, an der die Geburstsfassade von Jesus mit vielen Tieren und Pflanzen zu sehen ist. Alleine die Tür ist ein Meisterwerk. Dutzende kleine und große Tiere, z.B. Maikäfer, Wanzen, Wespen, Fliegen, Grashüpfer, Schmetterlinge, Tausendfüßler, Grillen, Marienkäfer, Raupen und Ameisen sind in schmiedeeisernen Efeuranken versteckt, die Heilige Familie, die drei Heiligen Könige und die Hirten mit Hund stehen übers Eingang. Die zwei – schon industriell gefertigten Eingangssäulen ruhen auf je einer Land- und einer Meeresschildkröte.


Geht man hinein, führt sich die ungewöhntliche Bauweise fort. Ganz anders als in jeder anderen Kirche und ganz besonders. Die Säulen sind Bäumen nachemfunden und verzweigen sich Richtung Decke wie die Äste einer Baumkrone, die das Gewölbe halten. Die Farben der prunkvollen Fenster sind auf der Ostseite blau-grün, auf der Westseite gelb-rot. Je nach Tageszeit und Lichteinfall ergeben sich andere Farben in der Kirche.


Auf Grund der langen Bauzeit – die Sagrada Familia wurde von Beginn an nur durch Spenden, heute auch durch die Eintrittsgelder weitergebaut – kann man nicht von EINEM Baustil sprechen. Man findet den Jugendstil genauso wie die Moderne, neukatalanische und neugotische Bauweise und sogar kubistische Anleihen, am besten, man bezeichnet das Werk mit „Antoni-Gaudi-Stil“. Auf die Bauzeit angesprochen sagte Gaudi einmal: „Mein Auftraggeber hat keine Eile.“

Die Front der Westseite beschreibt der Leidensweg, den Tod und die Auferstehung Jesu. Süd- und Nordseite sowie viele Türme und Verschnörkelungen sind noch nicht fertig. 2026 soll die Sagrada Familia zum 100. Todestag Gaudis fertiggestellt sein, dann werden sie 18 Türme zieren. Der Hauptturm soll 172,5 m hoch und damit 10,5 m höher als der derzeit höchste Kirchturm der Welt, der des Ulmer Münsters sein. Gaudi wählte diese Höhe bewusst: Die Kirche soll nicht höher sein als der höchste sie umgebenden Berg Barcelonas mit 173 m, um das Werk des Menschen nicht höher werden zu lassen als das Werk Gottes.

Seine letzte Ruhe fand Gaudi in der Krypta seiner Sagrada Família, wo er 1926 mit Sondergenehmigung des Vatikans beerdigt werden durfte.

Hier eine wunderschöne Animation, wie die Sagrada Familia 2026 im fertigen Zustand aussehen soll. Da komm ich wieder!

Wir fahren ein Stück weiter in die Stadt an den Beginn der La Rambla, einer 1,2 km langen Promenade mitten durch die Stadt hinunter zum Hafen. Auf der Plaça de Catalunya füttern wir Tauben, die sich das gerne schmecken lassen. Wir laufen durch ein buntes Treiben von Menschen aller Nationen, gehen in den ein oder anderen Laden, sehen Straßenkünstler, gewaltig große Springbrunnen, tolle Hausfassaden und viele meisterhaft gebaute Balkonverkleidungen. Eine pulsierende Stadt.


Unser Reiseführer erzählt uns, dass wir heute das einzige Kreuzfahrtschiff in Barcelona sind (und wir sind mit unseren 1.200 Gästen ein wirklich kleines). In zwei Tagen legen 8 Schiffe an. 😳

Adios Barcelona! Schön wars bei Dir und wir sehen uns ja spätestens 2026 wieder!

 

 

 

Kommentare zu: "Barcelona – Tag 7 unserer AIDA-Kreuzfahrt" (12)

  1. Schön, dass ich dabei sein durfte.

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  2. super jetzt war ich auch mal in Barcelona – wenn auch nur durch schöne Fotos ! Aber irgendwann komme ich auch noch dorthin !

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  3. […] Vor 2 Jahren waren wir ebenfalls mit einer AIDA-Kreuzfahrt schon einmal in Barcelona und haben damals bereits einen Ausflug zur und IN die Sagarada Familia gemacht. Wirklich unglaublich beeindruckend! Mehr lesen könnt ihr darüber hier. […]

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