Die ersten 10 000 Aufnahmen sind die schlechtesten. Helmut Newton

Heute also Frankreich, heute also die Filmfestspielstadt … und wie es der Teufel will, laufen die Internationalen Filmfestspiele auch gerade!

Das Schiff ankert vorm Hafen, dieser lässt eine Einfahrt nicht zu und so kommen wir auch mal auf ein Tenderboot. 150 Leute passen da drauf und die sind in 5 Minuten an Land. Wir werden im Hafen von einer netten Dame zum „Stadtrundgang mit Erfrischung“ empfangen und hoffen, bei der Erfrischung handelt es sich um ein Getränk, nicht um einen Tauchgang.

Cannes zeigt sich von seiner besten Seite: 20 Grad, Sonnenschein, azurblaues (Côte d’Azur) Wasser und eine leichte Brise. Vorbei am bunt bemalten Haus am Gare des Autobus – die komplette Fassade ist mit Portraits bekannte Filmstars bemalt – erklimmen wir eine kleine Anhöhe hinauf zum Place de la Castre. Dort besichtigen wir das Kastell-Museum und klettern auf den Mont-Chevalier-Turm. Von hier aus haben wir einen herrlichen Blick ins Hinterland, auf die Stadt, die berühmte Flaniermeile La Croisette, auf das Meer, den Hafen und unser Schiff, das draußen vor Anker liegt.

Wir haben Zeit, gehen noch in die kleine hübsche Kirche Nôtre-Dâme d’Espérance und setzen uns auf eine Bank vor ihrer Tür. Kurz in der Tasche kramen und einen Keks rausholen. Der ist noch nicht mal ausgepackt, schon sind zwei riesige Möwen zur Stelle und warten wir kleine Hündchen darauf, gefüttert zu werden. Na gut, sollen die halt den Keks haben!

Hinunter gehts durch die Altstadt Le Suqut, durch kleine Gässchen vorbei an vielen kleinen Lokalen, Andenkenläden und dem Laden der Parfümerie Fragonard bis zur Markthalle von Cannes. Bunt, glänzend frisch und duftend laden die Auslagen ein, hier zu schauen, da zu kosten. Da die Möwen unseren Keks verspeist hat, gönnen wir uns eine heiße frisch ausgebackene Zucchiniblüte … lecker!

Zur geplanten Erfrischung gibt es in einem kleinen Café in erster Reihe zum Hafen einen Kaffee oder etwas Kaltes und nach dieser Pause laufen wir Richtung Croissette. Vorbei am Casino, vorbei am roten Teppich des Filmfestivals, vorbei am ein und anderen Jaguar und Maserati, dem ein oder anderen Fotomodell mit einer Heerschar Fotografen im Schlepptau, vorbei an den überall eingelassenen Bodenfliesen mit Handabdrücken von Schauspielern und an einem abgesperrten Platz mit bestimmt 100 Leitern – dem Hotspot des heutigen Abends. Claudia, unsere nette Führerin meinte dazu nur: “ Wer die größte Leiter hat, macht das schönste Bild.“

Kurz vorm Ritz-Carlton verlässt uns Claudia und wir gehen alleine zum Strand. Es gibt nur ein kleine Stückchen öffentlichen Strand, die übrigen hunderte Meter sind hoteleigen und dürfen nur von Hotelgästen mit Ausweisen betreten werden. Der Strand – sämtlicher Strand in Cannes ist künstlich angelegt – ist feinsandig und breit, das Meer zwar kühl aber sauber und klar. Wir lassen uns Zeit und schlendern in südfranzösichem Sonnentagstempo irgendwann vorbei an Chanel, Dior und Prada wieder zurück zum Hafen. Wir tendern wieder aufs Schiff, genießen den restlichen Tag bei Sonnenschein auf dem Oberdeck und legen pünktlich zum Abendessen Richtung nächstes Ziel ab.

So langsam geht die Reise zu Ende, morgen schon der letzte neue Hafen. Etwas Wehmut mischt sich in diesen Abend, der bei einer Rateshow im Theater dann aber doch mit viel Spaß und Lachen zu Ende geht.

Das kleine Cannes wird mir in guter Erinnerung bleiben. Alte Gemäuer, winzig kleine Gassen und ein pulsierendes Leben liegen so nah beieinander.

Kommentare zu: "Cannes – Tag 6 unserer AIDA-Kreuzfahrt" (6)

  1. Eine feine Beschreibung, die nah dabei sein lässt.

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  2. alles sehr gut beschrieben. War noch nie dort aber habe schon oft Fotos gesehen von der Strandpromenade mit den pompösen Häuser und Hotels. Kann mir gut vorstellen den Trubel bei den Filmfestspielen . Paparazzi ohne Ende nehme ich an !

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